Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
903
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Neunhundert und sechsnnd achtzigste Nacht. gyz

Augen, welche nicht von den Ohren der Nase zu, sondern von der Stirn gegen die

Wangen abwärts liefen. Der Geniensultan erhob sich von seinem goldenen, mit Edel-

steinen besetzten Throne, als seine Tochter ihm Zäher vorstellte, und bewillkommte ihnmit ausgezeichneter Freundlichkeit. Da Zäher bald aus seinen Reden vernahm, daß erAlles wußte, was ihm bisher zugestoßen, erkundigte er sich auch nach dem jetzigenZustande Egyptens und nach dem Befinden der Seinigen.Deine ganze Familie,"

antwortete der Geniensultan,alle Großen des Reichs und Vornehmen der StadtKahira sind glücklich nach Syrien gekommen und leben daselbst unter dem Schutze dessic mit Allem verpflegenden Ibrahim Al Chaurani. In Kahira aber regiert fort-während Kiptawil, und er kann erst nach sieben Jahren wieder gestürzt werden.

Djawan ist zum Khadi und die gemeinsten Kopten sind zu Beys und Emiren ernanntworden. Sie haben die Moscheen in Kirchen verwandelt und daneben Wein- und andereöffentliche Häuser errichtet, welche selbst die Muselmänner, wenn sie nicht den Tod verziehen,zu besuchen genöthigt sind. Bleibe also bei mir, bis Kiptawils Zauberkraft erlischt, undlehre indessen meine beiden Söhne und meine Tochter den Koran." Beibars willigteein und brachte ein Jahr bei diesen Genien zu; länger aber wollte er sich nicht inGesellschaft dieser Niesengenien, neben denen er sich wie ein Zwerg ausnahm, aufhalten.Auch bemerkte er seil einiger Zeit, daß die Prinzessin für ihn mehr als die gewöhnlicheAchtung hatte, die er von ihr als Lehrer erwartete. Er fürchtete, durch ihre täglichzunehmende Leidenschaft in Gefahren zu gerathen, aus denen ihn nur eine schnelleEntfernung reißen konnte, und bat daher den Geniensultan um die Erlaubniß, ihn zuverlassen. Dieser gab sich viele Mühe, Beibars von seinem Vorsatze abzubringen; daer ihn aber fest entschlossen zur Abreise fand, holte er ihm zum Lohn für den Unterricht,den er seinen Kindern ertheilt hatte, ein schneeweißes Pferd und sagte ihm:Vertrauediesem Genius; er wird dir treu dienen, denn kehrt er ohne ein gutes Zeugniß von dirzurück, so wird er als Asche in alle Welttheile zerstreut." Zäher dankte ihm, nahmAbschied von ihm und seinen Kindern und bestieg das Pferd. Es rannte mit ihm wieein Vogel durch die Luft und trug ihn über Berg und Thal, Land und Meer, Wüstenund bebaute Felder, ohne stille zu halten, bis die Sonne gerade über seinem Hauptestand. Da ließ es sich zur Erde herab, hieß Beibars abstcigen, verwandelte sich ineinen Menschen und führte ihn in ein grünes, seidenes Zelt. Wie froh war Zäher,als er gleich an der Thüre des Zeltes ein mit Rosenwasser gefülltes, silbernes Wasch-becken und daneben ein seidenes Handtuch fand. Er wusch sich Hände, Arme, Gesichtund Füße; das in einen Diener verwandelte Pferd trocknete ihn ab, worauf er denn