Neunhundert und vierundachtzigste Nacht.
Dieselbe Scene ward in der folgenden Nacht beim Vizier Kalawun wiederholt,und so vierzig Nächte lang bei den vierzig vornehmsten Männern in Kahira. SelbstTaktumar, des Sultans Bruder, ward nicht verschont. Aus Furcht vor dem Sultanwagte es aber Keiner, dem Andern etwas von dem, was ihm widerfahren, zu sagen,bis endlich Taktumar, der eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem Sultan wahrnahm,alle Großen des Reichs zu einer Mahlzeit einlud und ihnen das schändliche Betragendes Sultans in seinem Hause mittheilte. Da wurden plötzlich alle Zungen gelost:„Bei mir benahm er sich ebenso vorgestern!" schrie der Eine; „bei mir vor dreiTagen!" ein Anderer, und so fort.
Es ward beschlossen, daß man am folgenden Tag Alles dem Großvizier Schahinerzählen sollte, damit er rathe, wie man sich am leichtesten der Tyrannei eines sogemeinen Wollüstlings entledigen könnte. Schahin, der stets den reinen, unbeflecktenLebenswandel des Sultans bewundert hatte, hielt dessen Ankläger für unzufriedeneRebellen, die ein solches Mährchen erdichtet, um ihre Treulosigkeit zu bemänteln; erbehandelte sie daher als Verräther und drohte ihnen, sie Alle aufhängen zu lassen. Erstals Taktumar die Aussage der übrigen Großen bestätigte, ließ er sich bewege»,wenigstens des Sultans Frömmigkeit auf die Probe zu stellen. Er beschloß, noch an