886 Neunhundert »nd achtzigste Nacht.
nicht auf den Ruf des immer wachsamen Sultans Ibrahim und Sa ad, welche in derNähe schliefen, herbeigeeilt, so hätte er ihn mit seiner Lanze durchbohrt. Er verwundeteindessen Ibrahim sowohl als Saad, schlug sich glücklich durch das muselmännischeLager und meldete sich vor den Thoren Tripoli's als den bittersten Feind von Beibars.Er ward eingelassen und vor den König geführt, der ihn sehr gut aufnahm und zumobersten Feldherrn ernannte. Eines Tages, als er vor Aischa's Wirthschaft vorüberging und sehr durstig war, ging er hinein und ließ sich eine Flasche Wein geben.Aischa ward von ihm nicht erkannt; sie aber erkannte ihn sogleich, führte ihn in einbesonderes Zimmer und mischte einen Schlaftrunk unter den Wein. Als er bewußtlosdalag, fesselte sie ihn und warf ihn in ein unterirdisches Gemach. Als drei TageVorüber gingen, ohne daß Hasan, der sonst jeden Morgen sich beim Könige meldenließ, vor ihm erschien, ließ er ihn in der ganzen Stadt suchen, und da Niemand!etwas von ihm wußte, sagte Djawan zum Könige: „Wer weiß, ob nicht Hasan vonseiner Schwester verrathen worden, und ob sie nicht irgendwo in der Stadt unter einem ^falschen Namen lebt, denn Hasan hat mir viel von ihrer List und Gewandtheit erzählt; ^auch sagte er mir, sie habe geschworen, Tripoli dem Sultan Beibars zu überliefern.Doch ich will jetzt mit Portukisch die ganze Stadt durchstreifen und jede verdächtigePerson aufhalten."
Djawan lief den ganzen Tag umher und fragte jeden Fremden nach seinem Namen ^und seiner Heimath, bis er endlich gegen Abend, die Stirne mit Schweißtropfen bedeckt,^an Aischa's Wirthschaft vorüberkam. Sie erkannte ihn sogleich, lief ihm entgegen undsagte ihm: „O unser Vater, du siehst so müde und erhitzt aus, komme doch mit mirherein, labe dich an einem Glase Wein und laß mein Haus durch deine Gegenwartgesegnet werden." Djawan ließ sich gern von Aischa überreden, folgte ihr mitPortukisch in die Wirthschaft, und sie nahmen ein mit Schlaftrank vermischtes GlasWein an, das sie sogleich der Besinnung beraubte. Aischa fesselte sie und sperrte einenJeden von ihnen in ein besonderes Gemach. Dann nahm sie einen großen Krug vonihrem besten Wein und brachte ihn der Thorwache, mit der sie schon längst Bekanntschaftangeknüpft hatte, und trank mit ihnen auf den Wällen.
In der nächsten Nacht erzählte Schehersad weiter: