Neunhundert und fiinfundsiedenzigste Nacht. 871
stand Eladel (der Gerechte), und er führte diesen Beinamen, den er wohl verdiente,bis zu seinem Tode.
Als Eibek Nachricht von dieser Regierungsveränderung erhielt, versammelte erseine Emire und befahl ihnen, gegen Beibars in's Feld zu ziehen. Er selbst brachtenur noch einige Tage bei Schadjrat Eddur zu, und da sie sehr kalt gegen ihn war,denn sie hing mit ganzer Seele an Beibars, sagte er ihr beim Abschiede: „Jetzt stelleich mich selbst an die Spitze meiner Truppen und kehre, so Gott will, mit dem Hauptedeines Geliebten zurück." — „Thue dies," sagte sie in höhnischem Tone; „ich werde dirmit allen Sängerinnen Kahira's bis an's Thor entgegenkommcn." Beibars bewaffnetealle seine Mameluken, sobald er von Eibeks Zug gegen ihn unterrichte! ward, undder größte Theil der syrischen Truppen nebst den Jsmaeliden schlossen sich ihm an.
> Indessen machte er Eibek die billigsten Friedcnsvorschläge und ließ ihm einen imunterwürfigen Tone geschriebenen Brief durch Othman überreichen.
Aber Othman las den Brief und war über Beibars wegen seiner allzugroßenGroßmuth und Nachgiebigkeit so aufgebracht, daß er den Brief zerriß und einen andernin Beibars' Namen schrieb, der eine Herausforderung an Eibek enthielt. Eibekward todtblaß, als er diesen Brief las, und wollte ihn einsteckcn, aber Othman sagteihm: „Mache nur mit dessen Inhalt deine hier versammelten Emire bekannt." So wardEibek genöthigt, Othmans Brief vorzulesen und die vermeinte HerausforderungBeibars' anzunehmen. Dieser war sehr erstaunt über Eibeks Antwort, und endlichgestand ihm Othman, daß er seinen ersten Brief zernichtet und einen herausforderndenan dessen Stelle abgegeben habe. Beibars zürnte ihm sehr und suchte die ganze Nachtdurch zu entfliehen, um diesem Zweikampf auszuweichen, den er für eine Sünde hielt;aber Othman errieth seine Absicht und bewachte ihn stets. Eibek wollte seinerseitsheimlich aus dem Lager entweichen; aber Schahin, der eine Entscheidung zu GunstenBeibars' wünschte und voraussah, verhinderte ihn daran, so daß endlich nach Sonnen-aufgang Eibek und Beibars kampfgerüstet einander gegenüber standen. Indessenentschuldigte sich Beibars bei Eibek, sagte ihm von der Verfälschung seines Briefesund bot ihm nochmals seine Unterwerfung als Statthalter von Damaskus an. Eibeknahm aber diese Erklärung für Furcht und Schwäche an und begann daher den Angriff.Beibars schlug ihn tapfer zurück und verwundete ihn nach wenigen Augenblicken amrechten Beine, so daß er ohnmächtig zu Boden fiel und in einer Sänfte nach Egyptenzurückgetragen werden mußte.
Schehersad erzählte in der nächsten Nacht weiter: