Aeuiilinndert und stebenzigfie lilncht.
kleines Fläschchen mit Gift und sagte ihr: „Ein paar Tropfen davon genügen, umeinen Elephanten zu tödten." Er ging dann mit ihr und einigen Dienern, welche dieherausgcwählten Maaren trugen, zu Naß er, bot sie ihm als Geschenk an und bat ihnum die Erlaubniß, sich in Damaskus auf einige Zeit mit seinen Maaren niederzulasscn.Naß er nahm ihn sehr gut auf und dankte ihm besonders für die schöne Sklavin, dieer ihm geschenkt. „Wie diese," sagte er, „besitzt mein Herr, der Sultan Salech,keine." Djawan kehrte hierauf wieder in seinen Khan zurück und brachte den ganzenTag mit Kauflcuten zu, welche schaarenweise herbeiströmten, um seine Maaren zu sehen.Des Abends, um die Zeit, wo er wußte, daß Naßer sich in sein Harem zu begebenpflegte, ging er mit Port»lisch vor das Schloß und stellte sich unter das Fenster vonNaßers Schlafgemach. Nach einer Stunde hörte er Naßers Gattin einen lautenSchreckensruf ausstoßen; er zweifelte daher nicht, daß die Sklavin ihr Wort gehaltenund Naßer von seiner Gattin tvdt gefunden worden. Er verließ daher eilig dieStadt, ritt nach Beirut und meldete den dort versammelten christlichen Fürsten NaßersTod. Diese stellten sich an die Spitze ihrer Truppen und zogen vor Damaskus. Naßerwar aber keineswegs todt, denn seine Gattin hatte durch die Thüre gesehen, wie dieSklavin etwas aus einem Fläschchen in sein Zuckerwasser goß; sie schrie daher laut undsprang schnell genug herbei, um Naßer vom Trinken abzuhalten, und die Sklavingestand nun selbst Alles ein. Sobald er daher durch sie Djawans Plane entdeckte,bereitete er Alles zum Widerstande vor und sandte sogleich einen Brief an Salech, umsich Hülfstruppen von ihm zu erbitten. Aber das Gerücht von seinem Tode war seinemBriefe schon vorangceilt, und Salech erschrack darüber so sehr, daß er lange ohnmächtigauf seinem Divan liegen blieb. Nicht minder ergriffen ward er dann, als NaßersBrief anlangte, und seine Angst um ihn war so groß, daß er selbst mit den bestenTruppen zum Entsätze von Damaskus nach Syrien zog. Er kämpfte noch mit jugendlichemMuthe vor den Thoren von Damaskus und brachte den Christen eine furchtbare Niederlagebei; aber nach errungenem Siege fiel er ermattet zu Boden und ward so krank, daßman ihn in einer Sänfte nach Egypten zurücktragen mußte, weil er dort sterben undbegraben werden wollte. Bei seinem Einzuge in Kahira kamen ihm alle Bewohnerder Stadt entgegen und beteten zu Gott für seine Genesung. Vor seinem Schlosse aufder Citadelle angelangt, hob ihn Beibars aus der Sänfte und trug ihn in sein Haremzu seiner Gattin Schadjrat Eddur. Diese verschleierte sich schnell und erröthete vorBcibars. Aber Salech sagte ihr: „Du brauchst dich vor Beibars nicht zu verschleiern,denn meine Todesstunde ist nahe, und Beibars wird nach mir dein Gatte werden."