Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
806
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806 Neunhundert und sechsundsünfzrgfte Nacht.

wagte, und schnitt den Riemen, an dem das Gebiß befestigt war, so weit durch, daßer bei der ersten Anstrengung, welche Beibars machte, um das Pferd anzuhalten, ganzzerriß, Bei bars nicht mehr Herr seines Pferdes war und ihm nichts Anderes übrigblieb, als vom Pferde zu springen. Sobald er aber, nachdem das Pferd von einigenMameluken ungehalten wurde, an dem durchschnittenen Zaum Ukeirabs Bosheiterkannte, ließ er sich einen andern Zaum geben und leitete damit das wilde Pferd ganznach seinem Willen. Nach Hause zurückgckehrt, band er Ukeirab an eine Säule undprügelte ihn durch, bis er in Ohnmacht fiel, und als er sich bei dem Vizier dcßhalbbeklagte, holte er den Zaum herbei, der gegen Ukeirab zeugte. Da Letzterer indessensich hartnäckig weigerte, fernerhin zwei Herren zu dienen, mußte Beibars auf desViziers Verlangen sich nach einem eignen Stallknechte umsehen.

Beibars ließ den Obersten der Bedienten zu sich kommen und beauftragte ihn,ihm einen guten Stallknecht zu verschaffen, aber Keiner von Allen, die er ihm zuführte,gefiel ihm. Eines Tages, als er bei dem Obersten stand und er ihm wieder einigeStallknechte vorstellte, kam ein junger Mann, der sich bisher mit Gaunern hcrumtrieb,sein Name war Othman, betrunken hinzu und fragte Beibars, was er suche.Ichsuche einen guten Stallknecht," antwortete Bei bars,finde aber keinen, willst du etwabei mir dienen? du gefällst mir sehr, dich würde ich sogleich in meinen Dienst nehmen."Der betrunkene Othman antwortete:Recht gerne, wenn du mir jeden Tag cinenDinar und einen Gehalt von einem Monate zum Voraus bezahlst."Es scy so,"sagte Beibars, gab ihm sogleich dreißig Dinare und nahm ihn mit sich. Als aberam folgenden Morgen Othman wieder zu Bewußtseyn kam, wollte er Beibars dasGeld zurück erstatten und ihn verlassen. Aber Beibars nöthigte ihn, mit ihm auszu-reiten, und als er Miene zum Entfliehen machte, führte er ihn bei der Hand und hieltihn so fest, daß er ihm fast die Knochen zerbrach. Othman wußte nun keinen andernRath, als durch seine Ungeschicklichkeit seinen Abschied herbeizuziehen, er verwundete diePferde beim Putzen, gab dem Einen zu viel zu fressen und dem Andern gar nichtszu trinken, so daß ein Pferd vor Durst umkam. Als aber Beibars dies bemerkte,prügelte er ihn, bis er das Bewußtseyn verlor, band ihn im Stalle an und ging weg.Othman bat nun alle Mameluken und Bedienten des Viziers, ihn loszubinden, aberNiemand wagte es, aus Furcht vor Beibars, bis endlich Ukeirab nach Hause kam;auch er widerstand zwar im Anfang den Bitten Othmans; als dieser ihm aber drohte,er werde ihn alsbald nach seiner Befreiung umbringen, da band er ihn los und ließihn entfliehen.