Ac»»I,u»dcrt und dreiundsünfzigste Nacht.
Hciurani," antwortete er; „ich wohne im Gebirge bei den Jsmacliten, bin aber einguter Muselmann, der für deine Rettung gern sein Leben opfern würde; ich werde dichbeschützen, wo du auch sepn magst, und so oft ich dich in der Enge weiß, zu deinerBefreiung herbeieilen."
Mit diesen Worten verabschiedete sich Hasan und zog wieder mit seinen Ritterngen Hauran. Beibars aber kehrte mit vielen Gefangenen und reicher Beute nachDamaskus zurück, thcilte die Hälfte der Beute unter seine Leute auö und brachte dieübrige Hälfte nebst dem vollständigen Tribut von Sanamein seiner Herrin Fatma, inderen Schloß er auch den Gefangenen, Ghasibu, einsperrte. Als aber Sardjawil,König von Safad, Ghasibu's Oheim, die Niederlage und Gefangenschaft seines Neffenerfuhr, gerieth er in den heftigsten Zorn und schrieb folgenden Brief an Naßer, Königvon Damaskus: „Ein Mameluk der Frau Fatma, Tochter des Akwasi, ist nach
Sanamein gekommen, hat meine Leute gctödtet, mein Gut geplündert, allen Tribut desOrts geraubt und meinen Neffen Ghasibu gefangen genommen. Willst du den Frieden,so sende mir meinen Neffen, Beibars und eine geziemende Sühne für das Blut, dasvon den Christen geflossen; weigerst du dich, so wird bald ein christliches Heer gegen dichheranziehen."
Als Naßer diesen Brief gelesen hatte, ward er sehr bestürzt und aufgebracht gegenBeibars. Er ließ sogleich Ahmed Akwasi rufen, zeigte ihm Sardjawils Briefund sagte ihm: „Sieh einmal, was der Mameluk deiner Schwester für Unheil stiftet." —„Er ist ein Tollkühner," antwortete Ahmed, „aber ich wußte vom ganzen Vorfällenichts." — „Geh zu deiner Schwester," sagte Naßer, „und fordere sie in meinemNamen auf, mir sogleich Beibars hierherzuschickcn." Während nun Ahmed zu seinerSchwester ging, versammelte Naßer die Aeltesten der Stadt zu einem großen Divan,und als Beibars erschien, machte er ihm die bittersten Vorwürfe wegen seiner Verwegenheit.„Was habe ich begangen?" fragte Beibars; „ich bin von Ghasibu's Boten beleidigt,dann von ihm selbst angegriffen worden; ich habe nur das Gut meiner Gebieterin undmein Leben vertheidigt." — „Wenn aber Sardjawil uns den Krieg erklärt?" fragteNaßer. „Du bist König von Damaskus," antwortete Beibars, „und Salech hat dichzu dieser Würde erhoben, damit du diese Stadt und ihre Bewohner gegen jeden Feindschützest." — „Aber ich habe weder Geld noch Mannschaft genug zu einem solchen Kriege,"versetzte Naßer. „So überlasse mir allein meine Vertheidigung," erwiderte Beibars,„ich fürchte Niemanden." Naßer schrieb hierauf an Sardjawil, er möchte nur mitseinen Truppen komme», um sich des Mameluken Beibars zu bemächtigen, er aber