Aeunhiindert und sunszigste Nucht.
König, „während er an deinem Untergänge arbeitet?" — „Ich verzeihe ihm Silles,"erwiderte Djemk; „und bitte dich nicht nur, ihn zu begnadigen, sondern ihm auch seinefrühere Würde wiedcrzugeben und mich nur zu seinem Stellvertreter zu ernennen."Jetzt gewann der König den großmüthigcn Djemk so lieb, daß er nichts sehnlicherwünschte, als ihn mit seiner Tochter Jk zu vermählen; er beauftragte daher den altenVizier, Djemk zuzureden, daß er bei ihm um die Prinzessin Jk anhalte. Als aber derVizicr sich seines Auftrags entledigte, sagte ihm Djemk: „Wie lange noch wirst du mirgrollen? Ich erkenne nur deine Bosheit in deinem Rathe; wer bin ich, daß ich umeine so vornehme Prinzessin werben soll, welche schon den mächtigste» Königen ihreHand versagt hat?" — „Du thust mir Unrecht," sagte der Vizier zu Djemk, denSaum seines Kleides küssend. „Was ich dir eben sagte, kam nicht von mir, sondernaus dem Munde des Königs, der keinen bessern Schwiegersohn als dich zu finden weiß,und wenn du willst, so werbe ich für dich bei dem König."
Als Djemk sah, daß der Vizier im Aufträge des Königs so sprach, bat er ibn,um Jk für ihn anzuhalten, und am folgenden Tage gewährte ihm der König seineBitte. Als dieser aber seinen Wunsch der Prinzessin vortrug, sagte sie: „So sehr ichauch Djemk liebe, werde ich ihn doch nicht Helrathen, bis er mich besiegt." — „Svkleide dich als ein fremder Ritter," sagte der König, „und fordere ihn heraus." DerKönig begab sich hierauf zu Djemk und sagte ihm: „Der König Halawun hat einenRitter hierher gesandt, um das Blut seines Vaters zu rächen; geh und kämpfe mit ihm,suche aber nur ihn zu entwaffnen und schone sein Leben." Djemk trat in die Schrankenund suchte mehr, sich zu verlheidigen, als anzugreifcn; erst, als Jk recht ermüdet war,drang er auf sie ein und schlug ihr das Schwert mit dem Schafte seiner Lanze aus derHand. Jetzt erst gab sie sich ihm zu erkennen und willigte ein, seine Gattin zu werden.Die Hochzeit wurde mit außerordentlicher Pracht gefeiert, und einen ganzen Monathindurch reihte sich ein Fest an das andere.
Bald nachher starb Bedr Schah, und Djemk ward zum Sultan von Chuaresmerwählt. Jk gebar ihm drei Söhne, deren ältester Mahmud Schah hieß, und eineTochter, welche er Bedret Elmuluk nannte. Djemk lebte zufrieden und glücklich, biseines Tages seine zwei Brüder, welche wegen ihres Verraths aus ihrer Hcimathvertrieben wurden, als Derwische gekleidet zu ihm kamen und ihn um Gnade anflehten.Djemk verzieh ihnen nicht nur ihr Verbrechen, sondern ernannte sie sogar wieder zuseinen Vizicren. Je großmüthiger aber Djemk gegen seine Brüder war, um so bittererward ihr Haß und ihr Neid gegen ihn, und da sie wußten, daß der so herrlich