774 Neunhundert und scchsundvierzigste Nacht.
und seines Großvaters Schatz und sandte Alles gen Brußa. Hierauf folgte er seinemGroßvater in den Krieg und kämpfte wie ein Löwe an dessen Seite. Als aber gegenMittag die Schlacht eine günstige Entscheidung für die Christen zu nehmen schien, ritter auf Musid Hak zu und fragte ihn: „Wo ist dein Bruder Abu Jesid?" MusidHak antwortete weinend: „Mein Bruder ist in Samandar verrätherisch umgebrachtworden; lebte der noch, so wären unsere Waffen glücklicher." — „Beruhige dich, Oheim,"rief Djenid; „ich bin Abu Jesids Sohn, und ich werde diese Nacht meinen Vaterrächen; ziehe jetzt nur deine Truppen zurück und halte sie bereit, daß sie auf meinenersten Wink mir zu Hülfe eilen."
In der Nacht, als die Christen wein- und siegestrunken umherlageu, entfesselteDjenid alle muselmännischen Gefangenen und tödtete mit Hülfe einiger Getreuen, dieihm Musid Hak an einen verabredete» Ort schickte, ihre Wachen; da»» begab er sichin des Königs Zelt und fragte ihn: „Wo ist mein Vater?" Als der König nach vielenDrohungen ihm endlich die Wahrheit gestand, sagte er: „Nun bleibt dir Nichts übrig,als zu sterben oder Muselmann zu werden;" und auf des Königs Weigerung, seinenGlauben abzuschwören, schlug ihm Djenid den Kopf vom Numpfe. Inzwischen fielendie muselmännischen Truppen plötzlich über das christliche Lager her, und wer nicht de»Jslamismus annabm, ward niedergestochen. Djenid folgte dann seinem Oheim nachBrußa und bewohnte den Palast seines Vaters. Nicht lange nachher erkrankte MusidHak, da ließ er Djenid rufen und ernannte ihn in Anwesenheit der Aeltesten derStadt und Häupter der Armee zu seinem Nachfolger. Aber Djenid lehnte die Negierungab, indem er sagte, sie gebühre seinem Vetter Masud Bey eher, als ihm. Obschonindessen Djenid die Negierung freiwillig seinem Vetter abgetreten hatte, hörte dochdieser nach dem Tode seines Vaters nicht auf, ihn als seinen Nebenbuhler zu hassenund zu beneiden, und suchte fortwährend sich seiner, bald durch Mörderhand, bald durchGift, zu entledigen. Djenid, welcher der Liebe und Verehrung der ganzen Stadt sichzu erfreuen hatte, hätte leicht seinen Vetter vom Throne stürzen und ihn selbst besteigenkönnen; aber er wollte lieber Alles dulden, als um seiner selbst willen Unruhe undBürgerkrieg unter den Muselmännern anfachen. Da aber sein Leben in Brußa jedenTag neuer Gefahr ausgesetzt war, beschloß er, nach Egypten zu reisen, wo er vonSalech eine gute Aufnahme zu erwarten hatte, und da er fürchtete, sein Oheim, welcherSalechs Feind war, möchte ihm Hindernisse in den Weg legen, gab er bei seinerAbreise eine Pilgerfahrt nach Mekka vor. Sobald er mit seiner Mutter und einigentausend Soldaten, die ihm freiwillig folgten, nach Aleppo kam, meldete der Statthalter