Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
729
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Neunhundert und dreiunddrrihiglle Nacht.

stand, auf die Terrasse von Ahmed Denfs Haus und schlich dann leise bis zur Thüreherunter. Niemand bemerkte ihn, denn Alles schlief schon im Hause. Hier wartete er,bis Ali vom Feste kam und an die Thiire klopfte. Da fragte er, Hasan SchumansStimme nachahmend.-Wer ist da?"Ali Quecksilber, der Egpptier."Hast du den Beutel Siraks."Ich habe ihn, öffne nur!"Ich darf nichtöffne», bis du mir ihn gibst, ich habe mit Ahmed gewettet."So strecke die Handzum Thorfensterchen heraus!" Sirak »hat dies, nahm den Beutel und entwich wiederdurch die Terrasse auf dieselbe Weise, wie er gekommen war. Als Ali noch eine Weilevor der Thiire stand, und immer nicht geöffnet ward, klopfte er so stark, daß Alle imHause erwachten. Hasan Schuman, der ihn am Klopfen erkannte, trat zu ihmheraus und fragte ihn:Hast du den Beutel?"Du scherzest," antwortete Ali,ichhabe dir ihn ja eben durch das Thorfensterchen hineingereicht, weil du schwurst, duöffnetest mir nicht eher, bis du den Beutel habest."Bei Gott," schwur Hasan,ichhabe dir keinen abgenommen, gewiß hat ihn Sirak wieder."Nun," sagte Ali,ich will mir ihn schon wieder verschaffen." Er kehrte hierauf wieder zu dem Festezurück und sah sich nach Sirak um; sobald er ihn bemerkte, zog er sich zurück und stiegauf die Terrasse von Siraks Haus und von da in das Zimmer der Schwarzen, welcheschlief und ihr Kind neben sich liegen hatte. Er zog die Kleider der Schwarzen an,und goß ibr sowohl als dem Kinde einige Tropfen Schlaftrank ein und wartete, bisSirak nach Hause kam. Als er an die Thiire klopfte, legte er sich an's Fenster undrief, eine Weiberstimme nachahmend:Wer ist an der Thiire?"Der Vater AbdAllahs," antwortete Sirak.Ich habe geschworen, dir nicht zu öffnen, bis du deinenBeutel wieder bringst; hast du ihn?"Ja wohl, hier ist er."Gib ihn her."Bei diesen Worten ließ Ali einen Korb mit Kuchen, welcher im Zimmer stand, aneinem Stricke zum Fenster hinunter, und als Sirak den Beutel hineinlegte, zog er ihnwieder herauf und ging mit dem Korbe und dem Kinde über die Terrasse wieder fort»ach Hause.

Sirak wartete lange vergebens, daß seine Gattin die Tbüre öffne, dann klopfteer so heftig an die Thüre, daß sie erwachte und ihn fragte:Haft du den Beutel?"Habe ich ihn nicht in den Korb gelegt, den du zum Fenster herabgelassen?"Ichweiß nichts von einem Korbe noch von einem Beutel."Bei Gott, so ist mir derGauner Ali wieder zuvorgekommen." Als seine Frau die Thüre öffnete, suchte er denKorb, und da er ihn nicht mehr fand, zweifelte er nicht mehr daran, daß Ali sich beiihm eingeschlichen. Jetzt vermißte aber auch die Schwarze ihr Kind, sie schlug sich auf die

Tausend und eine Nacht. IV.

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