Neunhundert
und
vierundzwanzigste Nacht.
Der Beduine sagte hierauf freudig zu Da lilah: „Gib mir den Kuchen her,ich will ihn gleich für dich essen." — „Ja, das hilft nur," versetzte Dalilah, „wenndu ihn hängend ißt, sonst wird mir meine Strafe nicht erlassen." Der Beduine
entkleidete sich hierauf und zog das Gewand der Alten an, und ließ sich an den
Haaren von ihr aufhängen. Sie aber nahm schnell seine Kleider und seine Kopfbinde,setzte sich auf sein Pferd und sprengte davon zu ihrer Tochter Sein ab. Als derBeduine eine Weile dahing, und die Alte mit dem Kuchen nicht kommen sah, riefer: „Wo bleibt denn der Kuchen?" Die Soldaten, welche dadurch aus ihrem
Schlafe erwachten und den Beduinen am Baume sahen, fragten ihn: „Was thust
du hier und wo ist die Alte hingekommen?" — „Ich habe die Alte losgebunden,"antwortete der Beduine, „weil ich statt ihrer den Honigkuchen essen will, den sienicht ertragen kann." Sie merkten aus dieser Antwort, daß die Alte sic abermalshintergangcn. Nun waren sie unschlüssig darüber, ob sie den Beduinen länger hierbewachen oder die Flucht ergreifen sollten, als auf einmal der Gouverneur erschien undihnen sagte: „Bindet Dalilah los und führet sie vor Gericht!" — „Hast du denHonigkuchen?" fragte ihn der Beduine. Als der Gouverneur den ihn Fragenden ansah,