998 Neunhundert und dreiuudzwuuzigstc Nacht.
ist ein wahrer Teufel, sie wird mir entkommen und dann muß ich für sie büßen." DerGouverneur ritt daher selbst mit der Alten und den Soldaten an's Ufer des Tigris, undbefahl dem Scharfrichter, sie an den Haaren aufzubängen. Der Scharfrichter that, wieihm befohlen ward, und die zehn Soldaten bliebe» zu ihrer Bewachung zurück. Dieseschliefen aber bald wieder ein, und glaubten es um so eher thun zu können, alsDalilah sich unmöglich allein lvsmachen konnte. Da sain ein Beduine vorübergeritten, welcher zu sich selbst sagte: „Wie freue ich mich, auch einmal nach Bagdad zukommen, wie will ich mich an den Bagdader Honigkuchen laben!" Als Dalilab dieshörte, sagte sie: „Schütze mich, verehrter Scheich der Araber!" — „Du stehst unterGottes Schutz," antwortete der Beduine, „doch hast du gewiß ein Verbrechen begangen,weil du so dahängst." — „Mein Vergehen ist sehr gering," erwiderte Dalilah: „ichwollte bei einem Zuckerbäcker, der mein Feind ist, etwas kaufen, da spuckte ich aus undtraf einen Honigkuchen, worauf er mich bei dem Richter verklagte. Der Richter sprach:-Diese Frau muß hängend zehn Pfund Honigkochen essen, und so lange hängen bleiben,bis sie sie verzehrt hat/ Da ich aber keinen Honigkuchen hinunterbringen kann, somuß ich hier sterben, wenn du mir nicht hilfst."
In der nächsten Nacht erzählte Schehersad weiter: