Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
697
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Neunhundert und dreiundzwanzigste Nicht.

Gouverneur wirklich seiner Frau wenige Tage vorher tausend Dinare für Sklavengegeben hatte, so zweifelte sie nicht an Dalilahs Aussage, um so weniger, als aufihre Frage, wo denn die Sklaven wären, Dalilah ihr vom Fenster den Eseltreiber,den Färber, den Barbier, den Juden und Hasan zeigte, welche alle recht stattlichaussahen und der Frau des Gouverneurs recht gut gefielen. Sie öffnete daher ihreKiste und gab Dalilah tausend Dinare als Kaufpreis und schenkte ihr noch zweihundertDinare für sie. Dalilah bat sie, ihr die geheime Thüre öffnen zu lassen, weil siedann einen großen Umweg ersparte, und so entkam sie ungesehen wieder ans demHause, und eilte zu ihrer Tochter Sei nab, welche mit Erstaunen hörte, auf welchelistige Weise ihre Mutter nicht nur der Gefahr entronnen, sondern sogar mit neuer Beutehcimgekehrt. Als der Gouverneur bald darauf nach Hause kam, sagte ihm seine Frau:Ich freue mich sehr mit den Mameluken, die du gekauft."Was für Mameluken?"fragte der Gouverneur erstaunt,ich habe bei dem Leben meines Hauptes keinenMameluken gekauft."Du scherzest," versetzte die Frau,die Alte war bei mir, undich bezahlte ihr tausend Dinare, und die Mameluken sitzen da unten im Hofe, ich habeden Pförtner beauftragt, sic zu bewachen." Der Gouverneur ging in den Hof und sahNiemanden als die fünf Ankläger Dalilahs, und als er den Pförtner nach den fünf iMameluken fragte, sagte er, er wisse nichts von Sklaven, es sey nur eine Sklavin ausdem Harem gekommen, die ihm sagte, er möge auf die fünf Menschen Acht geben, diemit der Alten gekommen, und das habe er auch gethan. Als der Gouverneur dieshörte, sagte er zu den Anklägern:Nun seyd ihr meine Sklaven, denn ihr habt dieAlle hergebracht, ohne euch hätte sie meiner Frau kein Geld entlocken können." Dieseschrien aber:Von dir fordern wir, was die Alte uns entwendet hat, denn wirbrachten sie gefangen her, deine Soldaten sind eingeschlafen und deine Gattin hat sieentschlüpfen lassen." Auch der Oberste der Leibwache, der inzwischen von seiner Reisezurückgckehrt war und von seiner Frau hörte, wie sie ihren Schmuck und ihre Kleiderverloren, eilte jetzt herbei und sagte zum Gouverneur:Du mußt mir Alles ersetzen,denn du solltest dafür sorgen, daß keine solche Spitzbübin sich in Bagdad aufhalte."So wartet nur einige Tage," sagte der Gouverneur,wir wollen sie schon wiederertappen, dann lasse ich sie gleich hängen." Am folgenden Morgen gab er dem Eseltreiber,der sie am besten kannte, wieder zehn Soldaten mit und befahl ihm, die Alte aufzusuchcn.Gegen Mittag begegnete er ihr auf der Straße, ließ sie ergreifen und wieder zumGouverneur führen. Da dieser gerade ausreiten wollte, befahl er dem Kerkermeister, sieeinzusperren; dieser sagte aber:Ich übernehme keine solche Verantwortlichkeit, dieses Weib

Tausend und eine Nackt. IV.

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