Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
683
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Nennhiiildert und neunzehnte Nacht. jjHZ

seines Eides noch eine Andere zu hcirathen; thut er dies aber, und erhält er Kindervon einer andern Frau, so werden sie alle seine Güter und seine Schätze einst erben,und ich werde arm und verlassen bleiben."Hast du denn noch nichts von demheiligen Abu Hamlat gehört," fragte Dalilah im Tone des Erstaunens,den nochkeine unfruchtbare Frau besucht hat, die nicht bald nachher Kinder geboren hätte?"Ich bin seit meiner Vermählung sehr wenig ausgegangcn," antwortete die Hausherrin,und weiß nichts von Abu Hamlat."So folge mir sogleich," versetzte Dalilab;ich kenne ihn gut und werde ihn bitte», daß er für dich alle seine Frömmigkeit aufbiete,um von Gott die Erfüllung deines Wunsches zu erlangen. Du aber mußt mir versprechen,daß, wenn du einen Sohn oder eine Tochter gebärst, du sie ganz für Gott erziehest."Die leichtgläubige Frau ließ sich überreden, mit ihr zu gehen, und der Pförtner, denseine Goldmünzen nicht an der Frömmigkeit Da lila Hs zweifeln ließen, nahm keinenAnstand, trotz des Verbots des Obersten, seiner Herrin die Hausthüre zu öffne». AlsDalilah mit ihr auf der Straße war, dachte sie an nichts Anderes, als ihr diekostbaren Kleider und den reichen Schmuck, mit dem sie ausging, auf eine geschickteWeise abzunehmen. Aber damit allein wollte sie sich nicht begnügen; sic dachte, eswürde ihr nicht schwer fallen, bei dieser Gelegenheit auch einem jungen Kaufmann einebedeutende Summe abzulocken. Sie ging nun voran und hieß des Obersten Frau ihr ineiniger Entfernung folgen. Diese, obschon verschleiert, zog doch, sowohl wegen ihresreichen Anzugs, als wegen ihres herrlichen Wuchses und schöner Augen, die Blickealler Männer auf sich. Besonders ein junger Kaufmann, welcher Hasan hieß undnoch unverheirathet war, sah ihr so lange und mit so verlangendem Blicke nach, daßDalilah ihn für ihre Absichten sehr passend fand. Sie hieß die Frau des Oberstenauf eine Bank vor einem Laden, nicht weit von dem Hasans, sich niederlassen, sodaß dieser sie gut sehen konnte. Dann begab sie sich zu ihm und fragte ihn:Bist duder Kaufmann Hasan, der Sohn Muhsins?"Der bin ich," antwortete Hasan;doch woher kennst du meinen Namen und was willst du von mir?"Gute Leute,"versetzte Dalilah,haben mich mit deinem Namen bekannt gemacht. Wisse, dasMädchen, nach dem du so verlangend hinüberblickst, ist meine Tochter; ihr Vater istvor Kurzem gestorben; er war ein reicher Kaufmann und hat ihr ein ansehnlichesVermögen hinterlassen. Da sie nun das Alter erreicht hat, wo Mädchen zu hcirathenpflegen, fragte ich einige meiner Bekannten, an wen ich mich deßhalb wenden sollte,und Alle riethen mir, dich zu meinem Schwiegersohn zu wählen; was sagst du dazu?"Schon oft," erwiderte Hasan,schlug mir mein Vater Diese und Jene als Braut