Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
680
Einzelbild herunterladen
 

OFO Neunhundert und achtzehnte Nacht.

pflegten, nahm eine Waschkanne und füllte sie mit Wasser, in das sie auch einigeGoldmünzen legte, dann in die andere Hand einen ungeheuer großen Rosenkranz undeine Fabne mit rochen und gelben Lumpen behängt. So ging sie in den Straßen

Bagdads umher und sagte die frommsten Sprüche her, während sie in ihrem Herzenauf Trug und Verrath sann. Endlich blieb sie vor dem Hause des Obersten derLeibwache des Chaliscn stehen. Dieser Mann war unermeßlich reich, er bezog einenstarken Gehalt aus der Staatskasse und besaß nebenbei noch viele Häuser und Güter.Das Haus, welches er mit seinem Harem bewohnte, war eines der schönsten Bagdads.Er war aber in seiner Ehe nicht glücklich, denn seine Gattin, welche er sehr liebte,gebar ihm kein Kind, und er hatte ihr in der Hochzeitsnacht schwören müssen, daß ernie eine Zweite heirathen wollte. Gerade an dem Tage, wo Dalilah vor seinemHause stand, hatte er, als einige seiner Freunde mit ihren schönen Kindern ihn besuchten,seiner Gattin über den Eid, den er ihr hatte schwören müssen, bittere Vorwürfe gemacht