Neunhundert und sechzehnte Nacht.
Tasche und las eine Weile darin; dann stieß er einen Schrei aus, daß das Schloßtrotz der vielen Säulen, ans denen es ruhte, doch davon erbebte. Was hast du gesehen?fragte Schadad, vor Schrecken außer sich. Sage «nir deine Gnade zu, versetzte Jfrach,und ich verhehle dir Nichts. Als ihm Schadad hierauf das Gnadentuch überreichte,sagte er: In zehn Tagen wird der Tod dich und dein ganzes Volk hinwegraffen. — Amzehnten Tage, als Schadad über seine Truppen Musterung hielt, erhob sich ein heftigerSturm, die ganze Erde bebte und verschlang den König Schadad mit seinem ganzenHeere, und sie waren nicht mehr als der gestrige Tag, der nie wiederkehrt. Seinschönes Schloß aber bewohnte nach ihm Deibabudj, ein sehr «nächtiger, aber lasterhafterGeuienfürst, welcher seinen Vater Ja djudj, König der bleiernen Stadt, ermordete. Er bliebaber nicht lauge im ruhige» Besitze desselben, denn der Zauberer Busirian, welcher einvertrauter Freund Jadjudjs «var und dessen Tochter Unka leidenschaftlich liebte, sperrteihn in eine kupferne Flasche, die er fest versiegelte; er wollte ihn sogar in's Meer«vcrfeu, aber Unka bat um Gnade für ihn. Deibabudj blieb viele Jahre in dieserFlasche, bis eines Tages sein Vetter Jblis zum Priester Djindar ging, welcher einfestes Schloß auf einer kleinen Insel des Occans bewohnte, und ihn um Beistand gegenDusirian anflehtc. Djindar las eine Weile in seinem Zauberbuche, daun sagte erzu Jblis: Ich vermag nichts für deinen Vetter zu thun, so gern ich ihn auch befreienmöchte; der einzige Mann auf der Welt, dessen Hülfe dir von Nutzen scyn kann, istAbul Adjaib, den ich in einigen Tagen hier erwarte und mit deinem Anliegen bekanntmachen will. Am dritten Morgen traf wirklich Abul Adjaib bei Djindar ein. Erhatte ein doppeltes Gesicht, ein menschliches vorn und ein Elephautcngesicht hinten; «varer guter Laune, so verschleierte er letzteres, zürnte er aber Jemanden, so zeigte er nursein Elephautcngesicht, dessen Anblick Menschen und Genien mit Angst und Schreckenerfüllte. Sobald er hörte, was Dcidabudj widerfahren, sagte er zu Jblis: Sepfrohen Herzens; Busirian soll für seine Grausamkeit gegen deinen Vetter büßen. Errief dann einen häßlichen geflügelten Geist herbei und befahl ihn«, Busirian gefangenzu nehmen und die kupferne Flasche, welche in seinein Schlosse stehe, zu öffnen. Sollich auch eingesperrt werden? fragte der Geist mit zitternder Stimme; habe ich das umdich verdient? War ich je treulos gegen dich? Wie kann ich dem mächtige» Busirianbeikommen? — Sey nur ohne Furcht, erwiderte Ab,ul Adjaib, ich folge dir. Busirianhat seine geliebte Gattin verloren und trauert nun auf einen« Berge, welcher SchadadsSchlosse gegenüber liegt; er ist so betrübt über den Tod Unka's, daß er nicht darandachte, sein Zauberbuch «nitzuuehinen; auch seine schönen Töchter hat er in« Schlosse