Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

-1

><'. .'::V

l ^ '^^>1

WGLM

»MV

Neunhundert j

nn-

sechste Nacht.

^ch sah mich in dem Zelte um und fand nichts als einen weißen Hahn darin.Sobald der Jüngling mich erblickte, sagte er: Friede sey mit dir! Mit dir sey GottesFriede, Segen und Barmherzigkeit! antwortete ich ihm. Du scheinst verirrt zu seyn,sagte er; ich freue mich, daß Gott deine Schritte hierher gelenkt; sey mir willkommenals mein Gast! Er nahm mir dann mein Pferd ab und band es an einen Pfosten desZeltes; dann trug er den Hahn in ein nachbarliches Zelt und nach einer Weile kehrteer wieder mit einem Weinkruge, einem Laib Brod, einer Schüssel voll Oliven, einigensyrischen Aprikosen und einem Säckchen voll Gerste. Letzteres legte er dem Pferde vorund das Uebrige stellte er neben mich und sagte: Im Namen Gottes! Wir aßen undtranken mit einander, bis wir satt waren. Als ihm aber der Wein in den Kopf stieg,recitirte er folgenden Vers:

»Beruhige dich, du bleibst nicht lange in der Fremde; morgen löse ich dichmit meinem Leben aus. Nur um eine heilige Pflicht zu erfüllen, trennte ichmich von dir; Gott wird dich mir wieder schenken!"

Hch fragte ihn, was diese Verse bedeuten. Da sagte er: Ich bin der tapferste undder ärmste Mann in der ganzen Wüste; doch lasse ich keinen Fremden an meinem Zelte