Meunhundert und fünfte Macht. ßZg
jagen zu können. Endlich zogen »vir im Kreise in ein schönes grünes Thal, und alsder Kreis enger ward, befanden sich drei Gazellen darin, so lieblich, wie ich noch keineim Leben gesehen. Der Kreis zog sich immer näher zusammen, aber die Gazellenhüpften darüber »veg, ehe Jemand nach ihnen zielen konnte. Dies schmerzte mich sosehr, daß ich meinen Leuten befahl, zuriickzubleiben, und ganz allein diese Gazellenverfolgte. Zwei derselben hatten aber schon einen zu großen Vorsprung, und ich verlorsie bald aus dem Auge. Die dritte hingegen hüpfte immer vor mir her, bis ich endlichkurz vor Sonnenuntergang ihr so nahe war, daß ich mit meinem Bogen nach ihr zielenkonnte. Mein Pfeil traf ihr Herz und sie sank hin; aber wie groß war mein Erstaunen,als ich statt einer schönen Gazelle nichts als einen Haufen Asche fand. Nun bereute iches, mich von meinen Leuten so weit entsernt zu haben, denn die Nacht brach heran undich wußte nicht, wohin mich wenden. Ich irrte eine Weile umher, da stieß ich auf einBeduinenlager von ungefähr hundert Zelten am Fuße eines Berges. Ich trat in daserste Zelt und >ah darin einen Jüngling wie der Mond in der vierzehnten Nacht; erhatte einen alten Kaftan an, den er eben ausbesserte, und recitirte dabei folgende Verse:
„Wer wenig Güter hat, den verachtet die Zeit; nur wer viel Geld hat,wird geehrt. Hätte ein Hund viel Geld, so würde man aus Ehrfurcht ihnHund des Glaubens nennen."
In der nächsten Nacht fuhr Sch eh er fad in der Erzählung Djaudars mitTadj Almuluks Worten fort: