Neunhundert und dritte Nacht.
abschrecken, sondern schleudere auch den zweiten Pfeil nach dem Raben. Triffst du ihnwieder nicht, so wird der drohende Lärm um dich zunehmen; greise aber ohne Furchtnach dem dritten Pfeile, denn zum dritten Male triffst du gewiß den Schnabel desRaben. Nimm dann die Schlüssel, die aus seinem Schnabel fallen, gehe damit an denrechten Flügel des Schlosses und rufe: Abd Assurur, Bewohner dieses Schlosses!Man wird antworten: Hier bin ich, mein Herr Djaudar; es ist Alles geschehen. Duwirst dann ein großes Geräusch aus dem Innern des Schlosses vernehmen, als wennviele Leute über einander stürzten; dann wird es nach und nach stille werden und einevorher unsichtbare Thüre sich öffnen, an welcher ein schwarzer Sklave dich bewillkommnenund um eines der Blätter bitten wird, die Misram als Urlaub von dir erhielt. Gibihm eines; er wird sogleich seine Flügel ausdehnen und davon fliegen. In der Halledes Schlosses siehst du eine Thüre zu deiner Linken, welche einer der drei goldnenSchlüssel öffnet; du kommst durch ein großes Zimmer in einen Gang mit vierzigmarmornen Platten, zwanzig davon sind weiß und zwanzig schwarz; trittst du auf eineweiße Platte, so sinkst du unter und zerschmilzest wie heißes Blei, und hättest du auchfünfzig Zauberschwerter bei dir. Du mußt also, immer nur die schwarzen Plattenberührend, durch diesen Gang gehen; da gelangst du vor eine Thüre, welche du mitdem zweiten goldnen Schlüssel öffnen mußt; es werden aus einem großen Saale mehr alssiebenzig Genien wie Elephanten auf dich losstürzcn; ziehe aber nur dein Zauberschwertaus der Scheide, da sinken sie sogleich in den Boden. Gehe darauf durch diesen Saalin einen andern, dessen Thüre der dritte goldne Schlüssel öffnet; da wirst du zweikupferne Statuen sehen mit einem fränkischen Bogen in der Hand, zu dem sie Pfeilehaben, welche den härtesten Felsen wie Mehl zermalmen. Sobald sie aber auf dichzielen, berühre ihren Bogen mit deinem Schwerte, so wird er ihnen aus der Handfallen. Hierauf kommst du in einen Saal, wo dir eine brennende Luft entgehenweht,welche den Speichel im Munde dir austrocknet, du wirst Lust haben, an dem Spring-brunnen zu trinken, aus dem mitten in diesem Saale frisches Wasser hervorsprudelt;aber ein einziger Tropfen von diesem Wasser reicht hin, um dich zu tödten. Darumbezähme deinen Durst und gehe weiter, bis du in's Freie kommst, da liegt ein kleinerSee vor dir, aus dem sich ein Jnselchen erhebt, wo ein goldnes Zelt mit rothen,seidenen Schnüren aufgeschlagen ist. Am Ufer des Sees steht eine Säule mit einerStatue, welche eine bleierne Kugel in der Hand hält; berühre diese Kugel mit deinemSchwerte, so wird sogleich ein zierlicher Nachen, welcher an die Insel befestigt ist, sichlosmachen und zu dir kommen. Steige hinein, er wird dich zur Insel bringen, wo