Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
572
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Achthundert und flebenmidachtzigste Tlacht.

und ging im Vertrauen auf den einzigen Gott dem Bache nach, bis ich an eine»sehr hoben, schwarzen Berg kam, aus welchem dieser Bach entsprang. Ich gjgnun drei Tage am Fuße des Berges fort, der überall sich so steil erhob, daß ichibn unmöglich besteigen konnte. Am vierten Tage erst entdeckte ich einen schmalenPfad, der auf den Berg führte, und ich entschloß mich, ihn zu betreten, dennich dachte: Wohnte nicht Jemand ans diesem Berge, so würde kein Weg hinaufführen. Ich hatte mich auch nicht getäuscht, denn als ich ein paar Stunden langgestiegen war, kam ich vor ein Kloster, das eine eiserne Mauer mit einer messingenenPforte umgab. Ich klopfte leise an, und sogleich rief mir Jemand zu: Willkommen!Sey ohne Furcht, du wirst dein Ziel erreichen und deine Feinde zu Schanden machen.Ein kohlschwarzer Sklave öffnete mir dann die Thüre und hieß mich hereintreteu.Dieser Sklave sab aber so schauerlich aus, daß ich mich fürchtete, ihm zu folgen. Daer merkte, daß ich ihm nicht traute, ging er in's Kloster zurück, kam aber bald wiederund sagte mir: Mein Herr, der Besitzer des Klosters, sendet mich zu dir, um dir zusage», daß, wenn du der Abendländer Mahmud aus Tunis bist, du ihm Höchsts

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willkommen sepst; bist du aber auch ein Anderer und bedarfst seiner, so kannst du auch sauf seinen Beistand zählen. Ich antwortete: Ich bin der Abendländer Mahmud,und folgte ihm in's Innere des Klosters in ein reich ausgestattetes Gemach, wo aufeinem seidenen Divan ein alter Mann saß, mit einem grauen Barte, der bis zu denFüßen herab hing; er sah aber trotz seines hohen Alters doch noch rüstig wie einreißender Löwe aus, und seine Stimme hatte noch die Kraft des Donners. Ich küßteihm die Hand und grüßte ihn ehrfurchtsvoll; er erwiderte meinen Gruß und befahl demSklaven, mir einige Speisen zu bringen. Als der Sklave ein Tischchen mit de»schmackhaftesten Speisen beladen vor mich stellte, sagte mir der Alte: Ich weiß, daß dumehrere Tage nichts gegessen hast, darum labe dich an diesen Speisen. Während desEssens fuhr er dann fort: Ich weiß deine ganze Geschichte, ehe du mir sie erzählst;deine Brüder haben dich um dein Buch gebracht; du aber denkst mehr an die schönenMädchen, die du im Gazellenthale gesehen, als an den Verlust deines Buches. Wisse,Mahmud, diese Mädchen, welche ein Leckerbissen für Sultane und Kaiser wären, habenbisher alle Menschen und Genien, die bei ihrem Vater Nu man, dem Herrn derRabeninsel, um sie warben, abgcwiesen, denn sie folgen in Allem dem Rathe desPriesters Ansarut, der bei ihrem Vater im höchsten Ansehen steht. Ansarut ist einsehr berühmter Arzt und Zauberer, welcher drei Tage bei Genien und drei Tage bei demKönig Nu man zuzubringen Pflegt. Eines Tages, als er von den Genien zurückkehrle,