Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
557
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Achthundert und dreiundachtzigfte Macht. 557

Djaudar zu ernähren. Meine Ersparnisse sind leider nicht groß, ich hinterlassenur. hundert und zehn Dinare an Geld; gib hundert Dinare meinem Sohne und zehnDinare verwende für mein Leichengcwand, für Begräbnißkosten, Koranleser und dergleichen.Mein Sohn soll mit den hundert Dinaren irgend einen Handel treiben, um nicht armzu werden, denn wer in Egypten kein Geld hat, wird auch für gar nichts geachtet; sollteer aber je arm werden, so treibe er das Fischerhandwerk, es wird ihm Segen bringen,er wird ein Fischernetz in einer Schachtel in meinem Schranke finden/

Drei Tage, nachdem er so zu meiner Mutter gesprochen" so erzählte der Jünglingnahm der Herr seine Seele zu sich; wir trauerten um ihn, beerdigten ihn, und meineMutter befolgte Alles, was er ihr anbefohlen hatte. Sobald ich aber im Besitze derhundert Dinare war, brachte ich einen Tag in Bulak und den andern auf der InselRhoda bei Matrosen zu, arbeitete aber nichts, sondern ließ mir trotz der Warnungenmeiner Mutter Ruhe und gute Kost wohl schmecken, so daß nach drei Monaten mir garnichts mehr übrig blieb. Ich ging zu meiner Mutter und klagte ihr meine Armuth undNoth. Da sagte sie: -Wie oft habe ich dich vor schlechter Gesellschaft gewarnt, du hastmir aber kein Gehör gegeben/ -Niemand entgeht eben seinem Verhängnisse/ versetzteich; -doch was geschehen ist, ist geschehen, gib mir jetzt Geld, daß ich mir etwas zu essenkaufe/ -Meine Armuth ist nicht geringer als die deinige/ erwiderte meine Mutter;-ich habe nicht so viel, um ein Laibchen Brod, oder auch nur ein Senfkörnche» dafür! zu kaufen, auch habe ich gar nichts in meinem Hause, darum befolge jetzt den Willen^ deines Vaters und werde Fischer/ Ich öffnete die Schachtel, welche mir mein Vaterhinterlaffen, nahm das Netz heraus, sagte: -Wir sind Gottes und kehren einst wiederzu ihm zurück/ nahm Abschied von meiner Mutter und ging nach Altkahira; dort bestiegich einen Kahn, schiffte im Vertrauen auf Gott mit ausgeworfenem Netze umher, aberso oft ich es heraufzog, war es leer, obschon ich es an verschiedenen Plätzen versuchte,die selten ohne Fische sind. Ich ward besonders wegen meiner armen Mutter sehrbetrübt darüber und weinte mir fast die Augen aus dem Gesichte. Ich legte dann meinNetz zusammen und wollte es den Fischern verkaufen oder verpfänden, aber kein Einzigerwollte mir etwas dafür geben. Da ich mich noch nicht zum Betteln entschließen konnte,ging ich mit meinem Netze nach einem kleinen See, Karnnssee genannt, der manchmalganz seicht ist. Diesmal fand ich ihn aber bis herauf angefüllt, und er kochte undschäumte wie Wasser in einem über Feuer stehenden Topfe. Da dachte ich, vielleicht binich hier glücklicher, als am Nil, und warf mein Netz aus. Als ich es aber wiederheraufzog, war es mit Steinen und allerlei Unrath gefüllt. Ich reinigte es mit vieler