ZHÜ Achthundert und eiuundachtzigste Nacht.
Gatte dieser Frau, ist." Omar zernichtete hierauf den von ihm geschlossenen Ehe-kontrakt, und die arme Frau mußte wieder zu ihrem alten Gatten zurückkchren, demaber Gott so viel Kraft und Gesundheit verlieh, daß sie bald den jünger» Mannwieder vergaß. .
Die Abenteuer -es Fischers Djarrdar ans Kabira und seinZusammentreffen mit dem Abendländer Mahmud und dem
Sultan Beibars. '
! Der Sultan Zäher Beibars, der wegen seiner Gerechtigkeitsliebe sowohl alswegen seiner andern schönen Eigenschaften und besonders seiner Beredsamkeit in ganzEgypten von Männern und Frauen, Vornehmen und Geringen geliebt und verehrt war,
^ hatte einen Polizeipräfektcn über Kahira gesetzt, der alle seine Zeitgenossen an Klugheitund Schlauheit übertraf; er rastete weder bei Tag, noch bei Nacht, sondern wachteunermüdlich über die Ruhe und Sicherheit Kahira's: keine Tugend blieb unbelohnt, keinLaster unbestraft.
Eines Tages, als er beim Sultan war, der von den höchsten Beamten des Reichsumgeben auf seinem Throne saß, traten fünf alte Männer mit langen Bärten, so weißwie Baumwolle, in den Divan und baten um Gehör. „Wer hat euch Unrecht gcthan?"fragte der Polizeipräfekt. Da küßten sie die Erde vor ihm, und Einer von ihnen sagte:„Wisse, edler Herr, wir haben eine ganz sonderbare Klage vorzutragen, die uns nvthigt,zum ersten Male in unserm Leben vor Gericht zu stehen. Wir sind fünf Brüder undwohnen in einem Hause beisammen, in der Nähe des Elephantenteichs. Wir lebtenfrüher in großem Wohlstände; aber nach und nach verließ uns das Glück, bis wirganz arm wurden. Eines Abends, als wir den letzten Bissen verzehrt hatten und de»harten Entschluß fassen mußten, am folgenden Tage zu betteln, kam ein schöner Jünglingauf einem Maulesel vor unsere Thüre geritten, übergab den Maulesel seinem Dienerund stieg zu uns herauf. Er hatte einen grünen Kaftan an, rothe seideneBeinkleider darunter, und einen Turban auf dem Haupte, wie ihn die Jemeniten z»umwinden Pflegen. Nachdem wir ihn freundlich gegrüßt und bewillkommt hatten, fragten
> Diese aus einem hckzoglich-gothaischen Manuskripte übersetzte Erzählung ist mit der unter gleichem Namen schongegebenen nnr in Bezug auf bas Zusammentreffen DjaubarS mit den Abendländern übereinstimmend, sonst aber vonderselben ganz «crschieden.