^ 516 Achthundert und achtzigste Nacht.
ihn lieber in zwei oder drei Stücke, die du leicht eines nach dem andern wegschaffenkannst." — „Kümmere dich nicht um das, was du siehst," antwortete ihm der Mannaus dem weißen Lande, „und kehre wieder zurück zu dem, der dich hierher gesandt."Jbn Ta in im trat den Rückweg an und traf Al Chidr seiner an der Grenze desweißen Landes harrend. Er erzählte ihm, was er im weißen Lande gesehen, undbat ihn um Aufklärung darüber. Nach einigem Nachdenken sagte Al Chidr: „DasWasser, das durch den Trog läuft, gleicht der Wissenschaft der Ulema der späten,Zeit; sie durchdringt ihren Geist, ohne weder ihnen, noch Andern irgend einenNutzen zu bringen. Die Hündin, die du gesehen hast, deutet auf die Frauen undMädchen jener Zeit; die Töchter werden schon im Mutterleibe verdorben seyn, und dieMütter ihnen noch die Hand zur Buhlerei bieten. Der Mann aber, der den Stammdes Dattelnbanmes auf einmal wegschleppen wollte, stellt die Menschen jener Zeit vor.Sie werden allerlei Dinge unternehmen, zu deren Ausführung es ihnen an Kraft gebricht,z>nd doch nicht davon abstehe» wollen."
Als Al Chidr seine Erklärung vollendet hatte, zog eine Wolke vorüber, die ihngrüßte: „Friede scp mit dir, Prophet Gottes!" Al Chidr erwiderte ihren Gruß mitden Worten: „Auf dir ruhe Gottes Friede, edles Geschöpf des Herrn!" Er fragte sicdann, wohin sie ziehe. „Ich gehe," antwortete sie, „in das Land der Ungläubigen undlasse Blut, Eiter, Gift und Fluch auf es herabrcgnen!" — „Sehr wohl," versetzteAl Chidr; „geh und erfülle deine Sendung, ich brauche dich nicht." Als diese Wolkeweiterzog, kam eine andere vorüber, die ebenfalls Al Chidr grüßte; nachdem er ihrenGruß erwidert hatte, fragte er sie, welchen Weg sie nehme. „Ich gehe nach Arabien,"antwortete sie, „und gieße über die Bewohner dieses heiligen Landes einen segenrcichenRegen; bedarfst du meiner?" — „Ja wohl," antwortete Al Chidr; „ich befehle dirim Namen Gottes, diesen Mann nach Medina zu tragen und ihn in den Hof seinesHauses niederzulegen." — „So entferne dich ein wenig," sagte die Wolke zu Al Chidr,und als er dies that, ließ sie sich herunter und schmiegte sich wie ein Tuch um JbnTa mim herum, so daß er sich mit übereinandergekreuzten Beinen darauf niederlassenkonnte. Al Chidr sagte ihr dann Lebewohl und trug ihr Grüße an Omar und Aliauf. Die Wolke stieg hierauf wieder in die Höhe und trug Jbn Tamim bis überMedina, wo sic sich des Abends in einen wohlthuenden Regen auflöste und ihn inseinem Hof ablegte.
In der Nacht vor Jbn Tamims Rückkehr, als Omar die Runde in der Stadtmachte, um zu sehen, ob überall Friede und Ruhe herrsche, hörte er vor dem Hause