Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
486
Einzelbild herunterladen
 

Achthundert und vierundsechzigfte Macht.

fürchtet und ich leicht verrathen werden könnte. Nun ftp der Herr gelobt, der dichhierher gesandt, denn ich zweifle nicht, daß du mich bemitleiden und mir Kundevon meinem Sobne bringen wirst/ Bei diesen Worten weinte sie heftig und fiel inOhnmacht. Jbr Zustand rührte mich so sehr, daß ich, als sie wieder zu sich kam, ihrversprach, sogleich abzureisen und nicht eher zurückzukehren, bis ich ihr Nachricht vonihrem Sohne oder ihn selbst bringe. So flog ich nun von einer Insel zur andern, bisich hierher kam und hörte, daß Ali von der Königin Schuhba in eine Statueverwandelt worden; ich durchsuchte nun den ganzen Wald i» der Hoffnung, die Statuezu finden und sie der Königin Farha bringen zu können, der es ein Leichtes seyn wird,ihrem Sohne seine frühere Gestalt wiederzugeben; aber zwei Genien, welche, wie ichaus einigen ihnen entschlüpften Worten entnehmen konnte, die Wächter der Statue zusepn schienen, flogen mit so drohender Miene auf mich zu, daß ich die Flucht ergreifenmußte, und noch fürchte ich immer von ihnen eingeholt zu werden." Als Duha vollendethatte, sagte Seid er:Bei Gott, unser Zusammentreffen ist wunderbar: wir verfolgendasselbe Ziel, denn so wie die Königin Farha um ihren Sohn trauert, so ist dieKönigin Tu rasa wegen des Verlustes ihres Gatten in Verzweiflung; darum sandtesie mich aus, um Erkundigungen über ihn einzuziehcn. Nun, da uns die Vorsehungzusammengeführt hat, laß uns beisammen bleiben und gemeinschaftliche Nachforschunge»anstellcn, vielleicht kann Einer dem Andern nützlich werden, und haben wir einmalAli gefunden, so können wir ja beide Königinnen zufrieden stellen."Wir könnensogleich," versetzte Duha,durch ein freundschaftliches Zusammenwirken unser Zielerreichen; binde mich mit einem Strick und'führe mich mit Gewalt zu den beidenGenien, welche mich verfolgten, grüße sie freundlich und sage ihnen: Meine Brüder,hier ist die verfluchte Djinn, welche vor euch entflohen ist; sie scheint schlimme Absichtenzu haben, denn auch mir wollte sie ausweichen und die Fragen, die ich an sie stellte,nicht beantworten; aber ich schlug ihr meine Flügel in's Gesicht, daß sie zu Boden sank,und nun bringe ich sie euch, daß ihr nach Gutachten mit ihr verfahret/ Auf dieseWeise," fuhr Duha fort,gewinnst du ihr Vertrauen, und es wird dir leicht seyn,nöthigenfalls mich vor einer allzu harten Strafe zu bewahren."

Sader bewunderte diesen listig?» Plan, warf Duha sogleich einen Strick um denHals und näherte sich dem Berge, wo ihr die beiden Genien begegnet waren. Als ersie sah, rief er:Herbei, thcure Brüder, hier bringe ich euch die verdammte Djin»,welche vor euch entfloh; auch mir wollte sie nicht sagen, wer sie sey und was sie hiersuche, darum warf ich sie zu Boden und band sie fest."Wir kümmerten uns weiter