Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
463
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Achlt,»»r>crl und achtundtüiifzigste Uachr.

Fang getha», denn ich lockte unterwegs viele Vögel herbei, welche in sein Netz fielen.Als wir des Abends in eine Herberge kamen, sagte er, mich sanft streichelnd:Gelobt seyGott, der dich mir sandte, durch dich ist mein Tag gesegnet worden, ich habe heute mehrVögel gefangen, als sonst in einer ganzen Woche."

Am folgenden Tage, da er bemerkte, daß ich müde war, setzte er mich neben sichauf sein Kameel, und so oft dieses stehen blieb, pickte ich es mit meinem Schnabel, biscs wieder weiter ging; darüber lachte der Jäger herzlich und sagte:Du bist einallzugcschciter Vogel." Des Abends erreichten wir endlich die Stadt Nischran, wo derJäger wohnte. Es war eine große Stadt, mitten unter blühenden Gärten gebaut; derKönig dieser Stadt hieß Ri Han und hatte drei Töchter, welche es in der Zauberkunst

weiter als Harnt und Marut gebracht hatten. Als der Jäger in seine Wohnung

kam, wunderte sich seine Gattin darüber, daß er so schnell zurückgekebrt. Er sagte ihr:Ich verdanke meine baldige Rückkebr mit reicher Gente diesem Raben; gib nur rechtAcht auf ihn, ich gebe jetzt zu einem Jagdhändler nnd verkaufe ihm, was ich gefangen."Die Frau des Jägers führte mich in ein schönes Zimmer nnd stellte mir Speisen und^ Wasser vor; ich und trank und .büpflc in der Stube umher, spielte mit derFrau nnd ihren Töchtern, sprang bald dieser, bald jener ans den Schoß, bis

der Jäger wieder znrückkam, da verbeugte ich mich und blieb ehrfurchtsvoll vor ihm

stehen. Sowohl der Jäger als seine ganze Familie gewannen mich bald so lieb, daß sienie mehr ohne mich ausgingen. Ans der Straße hatte ich meine große Freude daran,die Hunde zu plagen: dem einen schlug ich die Flügel in's Gesicht, dcn andern biß ichin den Rücken, und wenn sie sich umdrehten nnd bellten, flog ich davon; auch die Katzen

neckte ich so lange, bis sich keine mehr vor mir sehen ließ. Bald sprach man in der

ganzen Stadt von mir, viele Leute kamen zum Jäger, um mich zu sehen nnd mit mirzu spielen, nnd ein Jeder brachte mir etwas Gutes zum Esse» mit. Nach einiger Zeit

börke auch der König so viel von meinem Verstände, daß er einen seiner Diener zum

Jäger schickte und ihn bitten ließ, mich in's Schloß zn bringen. Der Jäger nahm michunter den Arm und trug mich zum König. Ich verbeugte mich dreimal vor ihm, wiecs seiucNuterthanen zu thnn pflegten, so daß alle seine Viziere und Adjutanten ausriefen:Bei Gott, das ist ein wunderbarer Vogel." Als darauf der König seine Hand nachmir ausstrcckte, küßte ich sie mit meinem Schnabel und setzte mich bescheiden zu seinenFüßen, aber er hob mich zu sich auf seinen Schoß, streichelte meinen Rücken, ließ einige ^süße Speisen bringen und sagte:Komm, kluger Vogel, mit mir!" Ich schüttelteschüchtern meinen Kops, um damit anzudeuten, ich verdiene eine solche Ehre nicht, aber