Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
464
Einzelbild herunterladen
 

46^ Achthundert und achtundfunfzigste Nacht.

der König sagte nochmals: mir, freundlicher Rabe!" Da griff ich nach denSüßigkeiten bis ich satt war, dann putzte ich meinen Schnabel an meinen Federn ab.

MNEi

Dies ergötzte den König so sehr, daß er mich dem Jäger abkaufte und mich stets inseiner Nähe behielt. Eines Tages, als der König etwas später als gewöhnlich in seinHarem ging, fragte ihn seine Gattin, warum er sie so lange allein lasse? Erantwortete:Ich habe einen Raben, der so klug ist, wie ich noch nie einen Vogel

gefunden; er hat mir heute so viel Spaß gemacht, daß ich mich ganz vergaß." Dasagte die Königin:Und warum zeigst du mir nicht auch einmal diesen Vogel? BeiGott, ich habe schon so viel von ihm gehört, daß ich längst wünschte, ihn auch einmalzu sehen; ich wagte es nur nicht, dich darum zu bitten, weil du seiner nie erwähntest."Der König befahl einer Sklavin, mich zu holen, und als sie mich brachte, sagte er:Herzcnstrost," denn diesen Namen hatte er mir schon längst gegeben, weil ich ihn inmancher trüben Stunde durch meine Scherze erheiterte,unterhalte einmal diese Damenein wenig."

Ich fing an, allerlei Spässe zu machen: der Eine» küßte ich die Wangen, derAndern zog - ich das Tuch vom Halse, die Dritte zupfte ich an den Locken, der Viertentanzte ich auf dem Schoße herum, bis sie Alle vor Lachen sich kaum mehr aufrecht