Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
451
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Achthundert und sünfnnrifüufzigste Nacht. j

Am folgenden Tage schenkte mir mein Wirth eine» Beutel, voll mit Gold undEdelsteinen, vier Sklaven, zwei Maulthicre, mit Lebensmitteln beladen, und ein Reitpferd,dessen Geschirr ein halbes Königreich wertst war, und begleitete mich, noch ebc die Sonnemich verrathen konnte, bis zur Stadt hinaus, wo Master mit vielen berittenen Dienernmich erwartete. Er empfahl mich diesem noch einmal, nahm Abschied von mir undkehrte zur Stad« zurück. Ich reiste nun mit Master drei Tage lang durch ein sehrwildes und unwirtstbares Land, am vierten Tag aber gelangten wir in ein lachendesThal mit wohlduftenden Blumen, murmelnden Bächen und zwitschernden Vögeln; ichbat Master, hier ein Zelt für uns aufschlagen zu lassen, um einen Tag auszuruhen.Er stieg sogleich von seinem Maulthier und ließ von seinen Dienern am Ufer einesBaches, dessen Wasser den Thräncn eines Liebenden in der Trcnnungsnacht gleichen, eingroßes seidenes Zelt aufschlagen und Teppiche darunter ausbreiten, mit Divanen vonStraußfedern. Nachdem ich eine Weile ausgeruht hatte, erging ich mich im Thal undpries den Schöpfer der Welt, der die Zahl der Regentropfen sowohl als der Sand-körnchen kennt. Der Gesang der Taube glich den Seufzern dcS Fremdlings» der sichnach seiner Heimath sehnt, die Daumzweige umschlangen sich, vom Winde gewiegt, wieFreunde, die sich Wiedersehen, die ganze Natur schien mir belebt und entzückte mich sosehr, daß ich in Gedanken immer vorwärts ging, ohne zu wissen, wohin, bis endlichder Abend herannahte. Jetzt suchte ich vergebens Master wieder auf, ich wußte aberden Weg nicht zurückzufinden. Da indessen die Nacht immer dunkler ward, bestieg icheinen Baum, in der Absicht, darauf zu übernachten, um vor wilden Thieren geschütztzu seyn; morgen, dachte ich, werden meine Leute mich aufsuchen und ich werde aucheher den Weg wieder zu ihnen finden. Als ich ans dem Baume war, sah ich zweiMänner kommen, von denen der Eine auf einem Elephanten und der Andere auf einemLöwen ritt, und viele Diener auf Pferden und Kameelcn folgten. In der Nähe desBaumes, auf welchem ich saß, machten sie Halt und der Eine sagte zum Andern: »Wollenwir nicht hier die Nacht zubringen, Madjad?"Ja wohl, Chcidar, hier sind wirsicher vor weitern Verfolgungen."Was bedeutet wohl das königliche Zell, an demwir vvrübergckommen?"Auch mir ist es aufgefallen; wir wollen einen unsrer Dienerhinschicken und ausspähen lassen, wem cs gehört, vielleicht gibt es etwas zu erbeutenfür uns." Bei diesen Worten zitterte ich wie die Blätter des Baumes, auf dem ichmich befand, und hielt meinen Athem zurück, um nicht entdeckt zu werden. Ich hörtedann, wie Cheidar einen seiner Diener nach dem Zelt schickte und ihn beauftragte,sich auf eine geschickte Weise Nachricht über den Besitzer desselben zu verschaffen. Der

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