Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
425
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Achthundert und achtnndvierzigstc Illach».

Insel herunter und verwandelte sich plötzlich in einen schönen, königlich gekleideten undgeschmückten Jüngling. Höchst erstaunt über diese Verwandlung, fragte ich ihn, zu welcherGattung Geschöpfe er gehöre? Er antwortete mir:Ich bin ein Mensch wie du, undheiße Tarad, Sohn An ans, Königs des rauchenden Bergs; doch komme nur weitermit mir, ich will dich mit meinem ganzen Leben bekannt machen." Er führte michdann in ein Schloß, vor dessen Thoren viele Diener mit goldenen Stäbe», undMameluken mit indischen Schwertern standen, die sich alle vor ihm bis zur Erdeverbeugten. In einem großen Saale deS Schlosses setzte er sich auf einen Divan, hießmich neben ihn sitzen und begann:

Wisse, mein Freund, mein Vater, der mächtige König Ana», hat außer mir nochzwölf Söhne, deren Jeder ein großes Königreich besitzt. Er liebte mich aber von meinerJugend an mehr als alle meine übrigen Brüder, daher beneideten mich diese, und baldverwandelte sich sogar ihr Neid in bitten« Haß. Mein Vater, welcher befürchtete, meineBrüder möchten mir einmal Ln seiner Abwesenheit etwas zu Leid thun, rief eines Tageseinen ihm ergebenen Genienfürsten mit Namen Dahisch, der über unzählbare «nächtigeGenien zu gebieten hat, zu sich und sagte ihm: -Von heute an sollst du nicht «nchr mir, sondernmeinen« Sohne Tarad dienen, vollziehe alle seine Befehle, und hieße er dich auchBerge ausrcißen oder Meere austrocknen, und schütze ihn besonders gegen die bösenAnschläge seiner Brüder? Da mich dieser Genienfürst aller Mühe, Sorge und Arbeitüberhob, gab ich mich ganz dem Studium der Zauber- und Bcschwörungskunst hin, zuder ich von meiner Kindheit an schon viele Neigung hatte. Ich brachte es bald i»dieser Kunst so «veit, daß ich glaubte, mich mit den anerkanntesten Zauberern messen zudürfen. Als ich das Mannesalter erreicht hatte und mich nach einer Gattin sehnte,rief ich Dahisch und sagte ihm: -Wisse, daß ich nicht mehr länger hier allein leben

mag, ich will mich vcrheirathen, möchte aber keine andere Gattin, als Tu rasa, dieKönigin der Moschusinsel, denn nach Allem, «vas ich gehört und gelesen habe, übertrifftsie alle andern Frauen an Schönheit, Macht, Weisheit und Gelehrsamkeit; darum gehzu ihr und sage ihr: -Der König Tarad, der Sohn Anans, Herr des rauchendenBerges, will dich zur Gattin haben, gewährst du ihn« sein Verlangen, so sollst du dasglücklichste Weib auf Erden werden, wo nicht, so wird er mit Menschen- und Genicn-schaaren zu dir ziehen, dein Land verwüsten und dich als Gefangene fortschleppen?Dahisch entgegnete mir: -Weißt du nicht, erhabener König, daß Turaja so mächtig>si, daß sie den Berg Kaf umzustürzen vermag? Alle Könige dieser Meere sind ihreVerbündeten, selbst Abu Tawaif gehorcht ihr und fürchtet sie: wie soll ich eine solche

Tausend und eine Nacht. IV.

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