^06 Achthundert und dreiundoierzigstc Nacht.
Ich werde dich daher von einem meiner dienstbaren Geister entweder in deine Heimath i
oder zur Königin Farha zuriicktragen lassen; welches von beiden ziehst dn vor?" — !
„Gnädiger König," antwortete mein Vater: «so sehr ich auch meine Gattin, die vielleichtschon Mutter ist, liebe, so habe ich doch seit meinem ersten Traume von ihr so viel !gelitten, daß ich nicht von Neuem ein so unruhiges, gefahrvolles Leben wieder beginnenmöchte; am liebsten ist cs mir daher, wieder in ein Land, das von Menschen meines-gleichen bewohnt ist, gebracht zu werden."
Der König ließ sogleich einen fliegenden Geist rufen und sagte ihm: „Bringe diesenMenschen in seine Heimath und gib ihm so viel, daß er sein ganzes Leben sorgenlosbei seiner Familie zubringen kann." Der Geist nabm-meinen Vater und einen Beutelvoll mit Edelsteinen auf seinen Nucken und flog mit ihm die halbe Nacht durch; daun
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setzte er ib» auf den Gipfel eines hohen Berges, gab ihm den Beutel und sagte ihm:
„Ich muß jetzt zuriickkchren, denn bei Tagesanbruch muß ich wieder zu Hause scyn;
^ bleibe du hier bis Tag, dann steige den Berg hinab, da findest du eine große Stadl, !von der aus du leicht in deine Heimath gelangen kannst." Aber mein Vater wolltenicht so lange auf einer Stelle sitzen bleiben und ging, sobald der Geist sich entfernthatte, auf dem Berge umher und kam immer mehr von dem einzigen Pfade ab, der !zur bezeichncten Stadt führte. . ^
Als der Tag heranbrach, befand er sich mitten zwischen snrchtbaren Klüften und!Abgründen, aus denen er gar keinen Ausweg mehr sah. Da warf er sich nieder und ^
betete: ,,'O Gott, der du mich aus den Händen der ungläubigen Genien befreit, ist ^
meine Lebenszeit abgelaufen, so beschleunige meinen Tod und lasse mich nicht länger auf - I,diesem öden Berge umherirren; willst du aber durch deine Gnade mich noch längerbeim Leben erbaltcn, so zeige mir einen Ausweg aus diesem wilden Gebirge, wo weder
ein grünes Blättchen, noch ein Tropfen Wasser zu sehen ist!" Als er sich aber wieder ^
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erholte, sah er zwei Füchse vor sich, welche wohlgenährt aussahcn; er dachte: Hier muß! !
ein fruchtbares Land in der Nähe seyn, sonst hielten sich keine Thiere da auf. Er ging!daher diesen Füchsen über Felsen und Klippen nach, bis sie in eine Höhle sich verloren. !Er folgte ihnen und fand eine sehr künstlich ausgehauene Treppe, welche von der ^
Oessnung, durch welche er hineingegangen, eine Weile beleuchtet war; aber das Licht ;
verlor sich allmählig, je tiefer er hinunterstieg. Die Treppe war indessen so bequem, z
daß er auch in der Dunkelheit vorwärts schreiten konnte, und bald erblickte er zu seiner ^
größten Freude von der entgegengesetzten Seite eine Oessnung, der ähnlich, welche ihmden Eingang in die Höhle gestattete. Er setzte daher rastlos seinen Weg fort, bis er j