Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
369
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Achthundert und drriunddreißigfte Nacht. Zßg

sagte dieser: »König der Zeit, ein Kaufmann ist weder so freigebig, noch so reich, alsdein Schwiegersohn, selbst Könige sind selten Beides in einem so hohen Grade, hierliegt gewiß irgend ein Gcheimniß verborgen; folge daher meinem Nathe und ladeMaruf mit mir zu einem Spaziergang in deine Gärten ein, dort stellst du uns Weinvor, und wir geben ihm so viel zu trinken, daß er die Besinnung verliert und seinGcheimniß offenbart; wir ergreifen dann die nöthigen Maßregeln für deine Sicherheit,denn ein so reicher Mann könnte dir gefährlich werden."

Der König fand diesen Rath gut und beschloß, ihn am folgenden Tage auszufiihrcn;sein Entschluß ward noch fester, als am folgenden Morgen seine Diener ihm dasVerschwinden der Maulesel und der Mameluken, die mit Maruf gekommen, meldetenund dieser dazu lachte, als wäre ein Verlust von tausend Mauleseln und fünfhundertMameluken gar nicht anzuschlagen. Maruf ward daher zum verabredeten Spaziergangeingeladen, und im Pavillon des Gartens ward er so lange zum Trinken beredet, biser nicht mehr wußte, was er sagte. Jetzt bat ihn der König, er möchte ihn doch mitden nähern Umständen seines Lebens bekannt machen, denn weder seine Schätze, nochseine Freigebigkeit seyen die eines Kaufmanns.Gewiß," sagte der König,bist duirgend ein Sultan oder ein Prinz."Ich bin keins von beiden," erwiderte Maruf,und erzählte hierauf seine ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende. Da sagte derVizier:Zeige mir doch einmal diesen Ring." Maruf zog ihn aus und gab ihn demVizicr. Dieser rieb sogleich daran, und als Abu Saadat erschien, sagte er ihm:Trage diesen Mann in eine öde Wüste, wo er weder Trank, noch Nahrung findet, undkeinem Menschen begegnet." Abu Saadat nahm ihn auf den Rücken, erhob sich mitihm, trug ihn in das unbewohnte Viertel der Welt und sagte zu ihm:Du verdienstnoch Schlimmeres, weil du einen solchen Talisman so leichtsinnig hergabst."Siehstdu," sagte der Vizier zum König,daß ich doch Recht hatte, als ich Maruf für einenGauner hielt."Du hast Recht, Vizier," antwortete der König,Gott erhalte dich!zeige mir auch einmal den Ring."Blödsinniger Mensch," versetzte der Vizier,jetztbin ich Herr, glaubst du wohl, ich werde dir den Ring geben, um wieder dein Diener

zu werden?" Er rieb hierauf wieder an dem Ring und befahl dem Diener des Rings,

den König zu seinem Schwiegersöhne zu tragen.

Der Vizier versammelte dann die Häupter seiner Truppen, erzählte ihnen Alles,was zwischen ihm, dem König und Maruf vorgefallen, und sagte ihnen:Wollt ihr

mich nun als König anerkennen, gut, wo nicht, so befehle ich dem Diener des Rings,

euch Alle in öde Wüsten zu bringen, wo ihr vor Hunger und Durst sterben müßt."

Tausend und eine Nn-iil. IV.

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