Achthundert und vierundzwanzigste Nacht.
ihn seine schlaue Gattin; „du siehst ja aus, als hättest du den Verstand verloren."Abid erzählte ihr, wie er geglaubt habe, sie als Zeitinonds Sklavin auf dem Bazarzu sehen. „Und warst du cs nicht," setzte er hinzu, „so hat diese Sklavin die größteAehnlichkeit mit dir, nicht nur ihr Wuchs und Gesicht sind ganz dem deinige» gleich,sondern sie trägt auch denselben Halsschmuck und dieselben Ringe, wie du." — „Wenndu noch einigen Verdacht hast," entgegnete Ha lima, „und etwa glaubst, ich wolle dichzum Besten haben, so will ich hier in meinem Zimmer bleiben, eile du zu Zeitmond:findest du dieselbe Sklavin wieder bei ihm, so hat sie eben die auffallendste Aehnlichkeitmit mir — (Gepriesen sey der, dem nichts zu vergleichen ist!) — findest du sie abernicht bei ihm, so will ich jene Sklavin gewesen seyn, die du auf dem Bazar gesehen."Abid betheuerte zwar, er habe nicht den mindesten Verdacht mehr, ließ sich aber vonHalima nicht ungern überreden, sich durch einen plötzlichen Besuch bei Abid nochnäher von seinem Jrrthume zu überzeugen. Ehe er aber zu seiner Hausthüre hinauswar und an der Zeitmonds klopfte, war Halima durch den geheimen Gang schon! bei diesem und benachrichtigte ihn von Allem, so daß Abid wirklich an eine vollkommeneAehnlichkeit zwischen seiner Gattin und Zcitmonds Sklavin glaubte und sich bei
! Halima, welche wieder vor ihm in ihr Haus zurückgckehrt war, vielmal entschuldigte.
! Als er hierauf wieder in seinen Laden ging, begab sich Halima zu Zeitmond
^ mit vier Beutel voll Gold und sagte ihm: „Jetzt bereite Alles zur Reise vor, in einigen
Tagen müssen wir diese Stadt verlassen und in deine Heimath reisen. Schaffe zuerst^ all dein Geld und deine andern werthvollen Gegenstände fort, die ich dir gebracht; danngehe zu meinem Gatten, melde ihm deine Abreise und frage ihn, was du ihm für die.! Hausmiethe schuldig bist; dann komme wieder zu mir."
> Abid war sehr betrübt über Zeitinonds Abreise, und vom Augenblicke an, wo! er Nachricht davon erhielt, verließ er Zeitmond keinen Augenblick mehr, und stets fand! er seine Gattin als Sklavin bei ihm, wenn er auch einen Augenblick vorher sie in
! seinem Hause gesehen hatte. Als Zeitmond alle Vorkehrungen zur Abreise getroffen^ hatte, sagte ihm Halima: „Du hast nun Alles, was meinem Manne gehört; es bleibtihm nur noch eine Sklavin, die ich ihm aber auch nicht lassen will; ich werde michdaher unzufrieden mit ihr stellen und ihn nöthigen, sie zu verkaufen; du kaufst sie ihmab und wir nehmen sie auch mit, denn sie ist meine Vertraute und hat mir stets mitvieler Treue und Anhänglichkeit gedient." Da auch diese List gelang, so ward es derschlauen Frau möglich, mit ihrem Geliebten und ihrer Sklavin abzureisen, ohne daß! ihr Gatte, der Zeitmond noch eine Strecke weit begleitete, auch nur eine Ahnung