> ZZO Ächtstundert und -reiundzwanzigstc Flucht.
^ ward dem Nachbar aufgekündet und Zcitmonds Effekten kn dessen Haus gebracht.Abids Gattin ließ dann, während ihr Gatte ausgcgangen war, eine» geschicktenBaumeister kommen und bot ihm so viel Geld, bis er sich dazu verstand, einengeheimen Gang in das nachbarliche Haus anzubringen. Sobald er vollendet war,begab sie sich zu Abid so oft ihr Gatte aus dem Bazar oder cingcschlasen war, undschleppte ihm auch nach und nach viel Geld und werthvolle Gegenstände zu.
Nach einigen Tagen brachte sie ihm ein Messer, das ihr Gatte selbst verfertigthatte und das über fünfhundert Dinare werth war, und sagte ihm: „Gehe damit ansden Bazar zu meinem Gatten, erzähle ihm, du habest dieses Messer für dreihundertDinare gekauft und mochtest wissen, ob cs nicht zu theuer ist. Fragt er dich, von wemdu cs gekauft hast, so sage von einem jungen Manne, welcher dir erzählte, seine Geliebtehabe cs ihm geschenkt. Sobald du ihm aber das Messer gezeigt hast, gehst ^u damitwieder nach Hause und gibst mir es an der geheimen Thüre, wo ich dich erwartenwill." Zeitmvnd that wie seine Geliebte wünschte; Abid, welcher sogleich sein Messererkannte und es doch nicht zu sagen wagte, ward so bestürzt, daß er Zeitmond kaumzu antworten im Stande war, er hatte auch keine Ruhe mehr im Laden, sondernwollte, um jeden Zweifel zu tilgen, nach Hause gehen und sehen, ob sein Messer noch anseinem Platze ist. Aber schon war Zeitmond vor ihm zu Hause und gab seiner Gattindas Messer zurück. Als daher Abid es forderte, übergab sie cs ihm und fragte ihn,was er damit wolle und warum er so angegriffen anssehe, er werde doch wohl Niemande»umbringen wollen? „Zeige mir nur das Messer, ich schwöre dir, daß ich Niemandenetwas damit zu Leid thue." Da holte sie das Messer aus der Kiste, er betrachtete csauf allen Seiten und rief: „Bei Gott, sonderbar!" und gab es ihr wieder zurück.Dann beschwor sie ihn, ihr zu sagen, was das bedeute; und als er ihr erzählte, wassie wohl wußte, stellte sie sich beleidigt und sagte: „Du konntest also meine Treuebezweifeln und dazu noch glauben, ich verschenke meinem Liebhaber, was dir gehört?"Abid entschuldigte sich auf alle mögliche Weise, bis sie sich wieder besänftigte. Am
folgenden Tage, als er wieder auf dem Bazar war, brachte sie Zeitmond ihres
Gatten Uhr, welche siebenhundert Dinare werth war, denn er hatte sie selbst mit denfeinsten Steinen verziert, und sagte ihm: „Geh zu Abid und erzähle ihm, du habestvon demselben jungen Manne, der dir das Messer verkauft hat, auch diese Uhr gekauft,und frage ihn, ob sie nicht für fünfundachtzig Dinare zu theuer sep, dann bringe mir
sie schnell wieder." Zeitmond befolgte treulich den Befehl seiner Geliebten, und als
! Abid seine Uhr sah, dergleichen gar kein anderer Meister je verfertigt hatte, stiegen j