Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
312
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Z12 Achthundert und achtzehnte Nacht.

seit ihrer Abreise von Alexandrien gegen ihn gehandelt hatte, bis er ihm zuletzt dentreulosen Rath gab, eine Haarsalbe für den König zu verfertigen.Aber wisse, oKönig," setzte er hinzu:diese Salbe ist durchaus nicht schädlich und wird bei unsjedem Bade gebraucht; ich will vor deinen Augen an mir selbst dir Beweise davongeben. Auch kannst du, um dich von Allem zu überzeugen, den Pförtner des Chans, inwelchem ich Mit Abukir wohnte, und die Gesellen, von denen er mich schlagen ließ,verhören." Der König ließ sogleich den Pförtner des Chans, die Gesellen und Abukirselbst, Letztern gefesselt, barfuß und mit entblößtem Haupte, vor sich kommen, und dadie Aussage Abusirs von dem Pförtner und den Gesellen bestätigt ward, ließ erAbukir in einen Sack mit Kalk binden und in's Wasser werfen. Abusir aber, demder König jeden Wunsch zu gewähren versprach, erbat sich ein Schiff, um in seineHeimath zurückzukehren, wo er noch viele glückliche Jahre als reicher Mann lebte.

Zettmond und Morgenstern.

Ein sehr reicher Kaufmann sein Name war Abd Arrahman hatte einenso schönen Sohn und eine so schöne Tochter, daß er Erster« Zeitmond und LetztereMorgenstern nannte. Er fürchtete so sehr die List, den Neid und die Bosheit derMenschen, daß er seine Kinder bis zu ihrem vierzehnten Jahre nicht ausgehen ließ; auchnahm er keinen fremden Lehrer in's Haus, sondern unterrichtete selbst seine Kinder imSchönschreiben, Koranlese», Mathematik und andern Wissenschaften. Als aber Zeitmonddas vierzehnte Jahr erreicht hatte, sagte seine Mutter zu Abd Arrahman:Wielange willst du deinen Sohn noch von der Welt trennen? Das geht wohl für ci»Mädchen, aber ein Knabe muß unter Menschen leben; drum nimm ihn mit dir auf denBazar, mache ihn mit deinen Freunden bekannt und lehre ihn den Handel. Wer weiß,wie froh du um ihn seyn wirst, wenn dir einmal etwas zustößt; läßt du ihn aber iminerzu Hause eingcsperrt, so wird ihn Niemand als deinen Sohn anerkennen wolle», undnach deinem Tode wird sich die Regierung deine hinterlassenen Reichthümer zueignen;selbst meine Tochter möchte ich nicht länger so abgeschlossen lassen; man soll sie sehenund von ihr sprechen, vielleicht findet sich ein ebenbürtiger junger Mann, der um sieanhält." Abd Arrahman erwiderte:Nur meine allzugroße Liebe zu meinen Kindernist die Ursache ihrer Abgeschlossenheit; ich fürchte das böse Auge."Vertraue ansGott," versetzte seine Gattin:wer unter seinem Schutze steht, hat kein Leid zu fürchten;nimm nur heute deinen Sohn mit!" Abd Arrahman ließ sich überreden und nahm