Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
301
Einzelbild herunterladen
 

Achthundert und fünfzehnte Nacht. Zgl

hat mich dieser Nichtswürdkge schon bestohlen; ich habe den Leuten ihre Maaren ersetztund dazu geschwiegen, weil ich dachte: Er ist ein armer Mann, ich will ihn nichtunglücklich machen; nun soll er aber keine Gnade mehr finden, wenn er wiederkehrt."Abusir entfernte sich mit zerknirschtem Herzen unter den Verwünschungen einer großenVolksmenge und wollte, nachdem er viele Straßen weit von der Färberei war, ein Badnehme». Er fragte Jemanden nach einem Badhause, aber man antwortete ihm, manwisse nicht, was er meine.Ich möchte," sagte Abusir,in ein Haus gehen, woman sich wascht und reinigt."So gehe in den Fluß."Ich will aber in einBad."Wir wissen nichts von einem Badhause; wenn wir uns reinigen wollen,so gehen wir in den Fluß; selbst der König weiß von keiner andern Waschanstalt."Als Abusir hörte, daß man in dieser Stadt von der Annehmlichkeit eines Bades nochnichts wußte, begab er sich zum König, verbeugte sich vor ihm und sagte:Ich bin einfremder Badheizer und habe mit Erstaunen vernommen, daß deine Stadt kein einzigesBadhaus besitzt; das befremdet mich sehr von einer sonst so angenehmen Stadt. Ichkomme daher, um dir vvrzuschlagen, hier ein Badhaus zu errichten."Und wieist denn ein solches Vadhaus?" fragte der König. Abusir beschrieb ihm ein Badhausnach dem Muster der kahiranischen Badehäuser, und der König ward so sehr dafüreingenommen, daß er Abusir ein Ehrenkleid, Sklaven, Sklavinnen und Geld schenkte,dann den Baumeistern befahl, ein Badhaus nach dem Plan Abusirs zu bauen. Alsdas Badhaus vollendet war, sagte Abusir zum König:Nun fehlen nur noch Divaneund Teppiche." Der König schenkte ihm zehntausend Dinare zur Möblirung des Bad-hauses. Abusir kaufte die schönsten Teppiche, Bettdecken und Handtücher, heizte dasBad, lehrte zehn junge Mameluken, wie sie die Gäste waschen, einseifen, abtrocknenund streicheln sollten, und lud dann den König ein, bei ihm zu baden. Abusir! bediente den König selbst und zeigte ihm den Schmutz, den er von seinem Körper abrieb,und der wie Lampendocht aussah. Nachdem er ihn gewaschen hatte, ließ er ihn in dasBassi» steigen; dann legte er ihn in den beräucherten Saal und ließ ihn von denMameluken abtrockncn. Der König befand sich in einem Zustande von Behaglichkeit,den er bisher noch nicht gekannt hatte, und sagte zu Abusir:Wahrlich, meine Stadtwird eigentlich jetzt erst zu einer vollkommenen Stadt! Was wirst du wohl für einBad fordern?"Was der König für angemessen findet."Ich glaube, tausendDinare für ein solches Bad wäre nicht zu viel."Der König verzeihe, mein Badwürde auf diese Weise nicht viel besucht werden, denn es sind nur wenige Leute reichgenug, um für ein Bad tausend Dinare zu geben."Nun, welchen Preis willst du