Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

Siebenlmndert und scchsundncunzrgstc Hacht.

überfallen und in Verwirrung zu bringen. Auf der andern Seite hatte der KönigKefid seinem Vizier Ghatarfan befohlen, mit fünftausend der tapfersten Ritterum Mitternacht über die Truppen des Königs Tiphanus herzufallen.

Beide Vizicre rückten mit ihren Truppen aus, um die Befehle ihrer Herren zuvollziehen. Um Mitternacht stießen sie auf einander, und es entstand ein mörderischerKampf zwischen ihnen, der -die ganze Nacht sortdauerte. Gegen Morgen wurdenKcfids Truppen zurückgcschlage», und nachdem sie etwa zweitausend dreihundert Mann,darunter auch den berühmten Helden Sarchin, verloren hatten, ergriffen die Uebrigen dieFlucht. Als Kefid die flüchtigen Truppen zurückkehren sah, entbrannte er vor Zornund sagte ihnen: ,Wehe euch, was ist euch gestehenSie antworteten: ,Als wirum Mitternacht mit dem Vizier Ghatarfan auszogen, da begegnete uns Einsar,der Vizier des Königs Tiphanus, und auf einmal fanden wir uns mitten untersiineil Truppen; wir kämpften bis Morgens, und Viele von uns wurden gctödtet, undwären wir nicht entflohen, wir hätten den letzten Mann verloren^ Der König Kefidrief ganz außer sich vor Zorn: ,Die Sonne zürne euch und versage euch ihren SegensiDer König Tiphanus hingegen flog fast vor Freude, als der Vizier Einsarzurückkehrte und ihm zum Siege seiner Truppen Glück wünschte. Er ließ dann seineTruppen zählen, und es fehlten nur zweihundert. Am folgenden Tage musterte derKönig Kefid seine Armee und führte sie in geordneten Reihen auf das Schlachtfeld;es waren fünfzehn vollständige Reihen, jede von zehntausend Reitern; auch hatte erzweihundert Helden bei sich, die auf Elephanten ritten. Alles war zum Kampfegerüstet, die Fahnen waren aufgerollt, die Trompeten erschallten und die Helden sehntensich nach Kämpfern. Auch der König TiphanuS hatte seine Truppen in Schlacht-ordnung aufgestellt; es waren zehn Reihen, jede von zehntausend wackern Reitern, undhundert Helden ritten ihm zur Rechten und zur Linke».

Als die beiden Armeen einander angriffen, zitterte die Erde unter den Hufender Rosse; der Lärmen der Cimbeln und Trompeten, vermengt mit dem Gcwieher derPferde und dem Kriegsgeschrei der Männer, war betäubend; der Staub umhüllte dieHäupter der Kämpfenden, welche den ganzen Tag wie Löwen stritten. Erst dieDunkelheit der Nacht trennte die beiden Armeen und führte jede in ihr Lager zurück.Der König Kefid entbrannte vor Zorn, als er seine Truppen zählte und fünftausendMann vermißte; aber der König Tiphanus war noch verzweifelter, als er seineTruppen musterte und ihm neuntausend seiner ausgezeichnetsten Ritter fehlten. Amfolgenden Tage zogen beide Armeen wieder auf das Schlachtfeld und jede hoffte diesmal