Siebenhundert »»!> eiiiundnchtüjtlie Nacht
König: ,TH»e, was du willst!' Der König ließ dann ei» Pferd bringen, man setzteBulukia darauf und sagte ihm: .Hüte dich wohl, abzusteigen oder es zu schlagen oderzu schelten, sonst bist du verloren; laß es nur immer fortgehen, bis es von selbst mitdir stehen bleibt; dann steige ab und gehe deines Weges? Als Dulukia am ZeltedeS Königs vorüberritt, da sah er in der Küche große Kessel, die fünfzig Kameclc !
hielten, unter denen Feuer brannte; er erstaunte so sehr über die Größe dieser Kücheund ihrer Geräthschaftcn, daß er ein wenig stille hielt. Der König, der ihn vorder Küche halten sah, glaubte, er sey hungrig; er ließ daher zwei gebratene Kamcelebringen und hinter ihm auf den Nucken des Pferdes befestige». Dulukia nah,»dann Abschied von diesen Genien und reiste bis an die Grenze ihres Reiches, wo ^
das Pferd stehen blieb. Hier stieg er ab und schüttelte den Staub von seinem ^
Kopfe; da kamen Männer herbei, die sogleich das Pferd erkannten und es amZaume in den Stall führten, ihn aber brachten Andere zum König Barachsa. -
Der König saß in einem prächtigen Saale, von vielen Genicnfürsten und Helden und ^
Truppenanführern zur Rechten und zur Linken umgeben. Nach gegenseitigem Gruße !
befahl der König Dulukia, näher zu treten und sich neben ihn zu setzen. Als er dies
geihan hatte, ließ der König die Tische bringen, und Dulukia sah, daß hier eben so
unmäßig wie bei dem König Sachr gelebt wurde. Nach der Mahlzeit, an welcher
auch Dulukia Theil zu nehmen eingeladen wurde, fragte ihn der König, wann er ^
den König Sachr verlassen. .Vor zwei Tagen? — ,Weißt du, welche Strecke du i»diesen zwei Tagen zurückgelcgl?' — .Nein, ich weiß es nicht? — .Du hast eine Reisevon siebcnzig Monaten gemacht; du hättest aber noch weniger Zeit gebraucht, wenn man ^
dem Pferde seinen freien Lauf gelassen hätte; da man aber wußte, daß du ein Menschbist und leicht hcrunterfallen könntest, wenn das Pferd seinen gewöhnlichen Schritt ^
ginge, bat man ihm zwei Kameele aufgcbunden? Dulukia war sehr erstaunt überdiese Worte und dankte Gott, glücklich angckommen zu seyn. Barachja ließ sich dannvon ibm seine ganze Reise und die Geschichte seiner Wanderungen erzählen und fand j
so viel Wohlgefallen daran, daß er ihn zwei Monate bei sich behielt." !
Nachdem Haseb diese wunderbare Erzählung von der Schlangenkönigin Tamlichagehört hatte, bat er sie, sie möchte doch nun ihm eine ihrer Gehülfinnen mitgeben, daßer in seine Heimath zurückkchre. Aber die Schlangenkönigin erwiderte: »Wisse, o Haseb,wenn du auf die Oberfläche der Erde zurückkchrst, zu deinen Leuten gehst und dann ein !
Bad nimmst, so muß ich, sobald du dich waschest, sterben." Haseb sagte zur Schlangen-königin: „Ich will dir schwören, daß ich in meinem Leben in kein Bad mehr gehen