Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
171
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Siebenhundert und neunundstebcnzigste Nacht. ^

deren Boden aus weißem Sande bestand, auf dem weder Bäume noch sonst etwas!Grünes zu sehen war. Er hielt sich daher gar nicht auf, sondern ging gleich auf dasfünfte Meer, das er in einigen Tagen überschritt, und gelangte an eine kleine Insel,deren Boden wie Krystall glänzte und von vielen Goldadern durchschnitten war. Bäume 'wuchsen auf dieser Insel, die wie die Sonne leuchteten, und Blumen, die wie Gold !aussahen. Vulukia brachte den Tag auf der Insel zu, und des Nachts sah er die!Blumen wie Sterne leuchten. Man behauptet, diese Insel heiße die Blumeninsel und!diese Blumen scyen lauter Funken, die von der Sonne abfallen. Bulukia schlief eineNacht auf dieser Insel; am folgenden Morgen salbte er seine Füße wieder und stiegin's sechste Meer; dieses führte ihn nach einigen Tagen auf eine Insel, wo zwei Bergesich erhoben, auf denen viele Bäume wuchsen, an deren Zweigen Menschenköpfe an denHaaren hingen, andere Bäume sah er, an denen grüne Vögel mit den Füßen hingen, !wieder andere, die wie Feuer strahlten und Früchte trugen, von denen brennende Funkenherabtropften, er sah auch lachende und weinende Früchte und noch viele andere wunderbare> Dinge. Auch sah er, als er des Nachts unter einem Baume lag, die Nymphen ausdem Meere steigen, mit Edelsteinen an der Hand, die wie ein Licht glänzten; sie tanztenund spielten und hüpften und scherzten mit einander, bis der Morgen heranbrach, dannsprangen sie wieder in's Meer. Auch Bulukia salbte sich wieder und betrat das siebenteMeer. Er mußte zwei Monate lang gehen, ehe er Land erblickte, und große Hungcrsnothleiden, da er nichts als Fische aus dem Meere nehmen konnte, die er roh verzehrenmußte. Endlich kam er an einem Morgen auf eine Insel, welche reich an Bächen undBäumen war; er ging gleich auf einen Baum zu und streckte die Hand aus, um Aepfelzu nehmen. Da schrie ihn ein Mensch aus diesem Baume an: ,Wenn du etwas vondiesem Baume nimmst, so theile ich dich in zwei Theile/ Bulukia hob die Augenauf und sah eine Gestalt vor sich, welche wohlgemessene 40 Ellen lang war, er fürchtetesich sehr und sagte: ,Warum darf ich von diesen Früchten nichts essend Der Mannantwortete: ,Weil du ein Erdensohn bist und dein Vater Adam Gottes Befehl übertratund von dem verbotenen Baume.^ ,Wem gehören denn diese Bäume und wer bistdu?l ,Jch heiße Scherahia, und diese Insel mit ihren Bäumen gehört dem KönigSachr, dessen Unterthan ich bin, beauftragt, diese Insel zu bewachen; doch wer bist duund wie kömmst du hierher?^ Bulukia erzählte ihm seine ganze Geschichte, woraufScherahia ihm etwas zu essen brachte und Abschied von ihm nahm.

Bulukia irrte nun wieder zehn Tage umher zwischen Bergen und Thälern, biser einen dichten Staub in der Ferne erblickte. Als er auf diese Staubwolken zuging,