Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
165
Einzelbild herunterladen
 

Siebenhundert und srcbcnundstebcnzigstc Nacht.

fort. Als ich wieder zu mir kam und mich eingesperrt auf dem Gipfel des Berges nebenBulukia fand/ sagte ich: ,So geht cs denen, die Menschen schonen/ Bulukiaerwiderte aber: , Fürchte nichts, o Königin der Schlangen, wir thun dir nichts zuLeid, du sollst uns nur die Pflanze zeigen, deren Saft uns die Kraft gibt, auf allenMeere» zu geben, die Gott geschaffen, ohne zu versinken; sobald wir sie gefunden,bringen wir dich wieder dahin zurück, wo wir dich gefangen/

So gingen sie nun mit dem Käfig, in welchem ich eingesperrt war, auf dem Gebirgeumher unter allerlei Pflanzen, deren jede verkündete, wozu sie zu gebrauchen, bis sieendlich zu einem Kraut kamen, welches ausrief: ,Wer mich pflückt und meinen Saftauspreßt und damit seine Füße salbt, der kann auf allen Meeren gehen, die Gottgeschaffen, ohne daß sein Fuß wanke/ Als Afan dies hörte, stellte er den Käfig aufden Boden, pflückte von diesem Kraute so viel er brauchte, zerstieß es, drückte es aus,goß den Saft in zwei Fläschchen, die er aufbewahrte, und salbte seine Füße mit demklebrigen. Dann ging er mit Bulukia wieder auf die Insel, wo er mich gefunden;Afan öffnete die Thüre des Käfigs und ließ mich heraus. Als ich wieder im Freienwar, sagte ich: ,Was wollt ihr mit diesem Safte thun?^ Sie antworteten: ,Wirwollen die sieben Meere durchschreiten, um zu dem Grabe unsers Herrn Salomon zugelangen und den Siegelring von seinem Finger zu nehmen/ Ich erwiderte aber:,Daö könnt ihr nie erreichen, denn der erhabene^Gott hat nur Salomon damit beschenkt,als er betete: O Gott, schenke mir ein Reich, das Keiner nach mir haben wird, du bist jader Gebende. Was thut ihr also mit diesem Ringe? Hättet ihr lieber das Kraut jgepflückt, das dem, der es genießt, bis zum Auferstehungstage Gesundheit und Jugend ^verleiht, das hätte euch mehr genützt/ Als Afan dies hörte, bereute er, was ergetban, und ging wieder mit Bulukia fort. Ich aber kehrte wieder zu meinem Heerezurück, wo durch meine Abwesenheit eine große Verwirrung entstanden war; ein Theildesselben war erkrankt, ein anderer gestorben. Als die Schlangen aber mich wiedersahen, versammelten sie sich vor Freude jubelnd um mich und fragten mich nach derUrsache meiner langen Abwesenheit. Ich erzählte ihnen, waS mir mit Afan undBulukia widerfahren, und befahl ihnen, um keinen weitern Verfolgungen der Menschenmehr ausgesetzt zu seyn, mit mir auf den Berg Kaf zu ziehen, wo ich nun sonderbarerWeile dich traf. Das ist's," schloß die Schlangenkönigiu,was ich dir, o Hascb, erzählenwollte."

Hascb war sehr erstaunt über diese Erzählung und bat die SchlangenkönigiuTamlicha, ihm eine ihrer Schlangen mitzugeben, die ihn wieder auf die Erde zu