Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
143
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Siebenhundert und eiiiundsiebenzigfte Macht.

Hause kam, hörte, daß seine Frau ihn vermißt und nach ihm gefragt habe, und alsman ihr gesagt: er sey ausgeritten, ihr die Sache sehr verdächtig vorgekommen sey.Sie sagte ihm daher, als er zurückkam:Wie! der Statthalter von Mesopotamienreitet in der Nacht aus ohne Gefolge? Der kann nur irgend ein Mädchen oder eineFrau besuchen."Gott weiß es," antwortete Akrama,daß ich weder bei einerFrau, noch bei einem Mädchen war."So sage mir denn, wo du warst," entgegnetedie Frau. Er antwortete:Ich bin ja nur darum zu dieser Stunde ausgeritten, weilNiemand wissen soll, wohin." Aber sie plagte ihn so lange, bis er ihr endlich dieganze Geschichte erzählte, und als er damit zu Ende war, fragte er sie: ob er auchnoch schwören solle; aber sie erklärte, daß sie nun vollkommen beruhigt sey.

Nachdem Chuscima am folgenden Morgen mit dem Gelde seine Schulden bezahltund sich neu ausgestattet hatte, ritt er zu dem Chalifen Suleiman, dem Sohne AbdAlmaliks, der ihn wohl kannte und daher auch gleich zu sich kommen ließ. SobaldChuseima den Chalifen gegrüßt hatte, fragte ihn dieser: warum er ihn so lange nichtgesehen. Chuseima antwortete:Meine schlechten Umstände haben mich abgehalten,»nd erst vergangene Nacht ward ich in den Stand gesetzt, vor dem Fürsten der Gläubigenzu erscheinen," und erzählte ihm hierauf, wie ihm Jemand einen Beutel mit Geldgebracht. Suleiman fragte:Kennst du den Mann?"Nein," antworteteChuseima;er wollte sich nicht zu erkennen geben, und nannte sich nur den Mann,der das Unglück der Edlen mildert." Suleiman wünschte sehr zu erfahren, wer erwar, um ihn belohnen zu können.

Bald nachher ließ Suleiman Chuseima eine Fahne überreichen und ernannteihn zum Statthalter von Mesopotamien an Akrama's Stelle. Chuseima machte sichauf den Weg nach Mesopotamien, und als er in die Nähe der Hauptstadt kam, gingihm Akrama mit den vornehmsten Bürgern der Stadt entgegen und begleitete ihn inden Regierungspalast. Chuseima fand bei der Uebernahme der Kasse, daß viel Geldim Schatze fehlte, und forderte Akrama auf, es herauszugeben. Akrama bestanddarauf, er habe kein Geld, man möge mit ihm verfahren, wie man wolle. Chuseimaließ ihn einsperren und schickte noch einmal zu ihm in's Gefängniß, um ihn aufzufordern,das, was er dem Schatze schuldig sey, zu bezahlen. Akrama antwortete:Ich gehörenicht zu Denen, die lieber ihre Ehre opfern, als ihr Geld; tbue, was du willst!"Chuseima ließ ihn hierauf in Ketten legen und länger als einen Monat im Kerkerschmachten. Als aber Akrama's Gattin vernahm, was ihm zugestoßen, rief sie eineihrer Sklavinnen, welche sehr viel Verstand hatte, und sagte ihr:Gehe sogleich zu