Siebenkundert und fünsundsechzigste Nacht.
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antwortete: „Lieber vor Hunger sterben, als eine Sünde gegen Gott begehen," und gingwieder fort. Nach zwei Tagen kam sie wieder, forderte wieder zu essen; ich gab ihr
wieder dieselbe Antwort, nahm sie in's Zimmer und hieß sie sitzen, denn sie war sehr
schwach und elend. Als ich ihr dann Speisen vorlegte, flössen Thränen aus ihren Augenund sie sagte: „Speise mich zu Ehren Gottes;" aber ich erwiderte: „Bei Gott, nicht
eher, bis du mich umarmst." Da stand sie auf, ließ die Speisen stehen und sagte:
„Ich will lieber den Tod, als die Strafe Gottes." Nach zwei Tagen klopfte es wiederan der Thüre, und als ich herausging, sah ich das Mädchen wieder, und es sagtemir mit einer vom Hunger geschwächten Stimme: „Meine Kraft ist dahin und ichvermag es nicht, von einem Andern, als von dir, Etwas zu fordern; speise mich dochzu Ehren Gottes." Ich erwiderte: „Nicht eher, bis du meinem Verlangen nachgibst."Sie trat in's Zimmer und setzte sich; da ich keine Speisen bereit hatte, zündete ich Feueran, kochte Etwas, stellte es ihr in einer Schüssel vor und dachte: Dieses Mädchen mußwohl verrückt seyn, da es so sehr von Hunger geplagt ist und dennoch meine Anträgeverwirft; aber es verweigerte mir standhaft meine Bitte, bis ich mir selbst Vorwürfemachte über mein sündhaftes Begehren und, mich reuevoll zu Gott bekehrend, endlichsagte: „Hier hast du zu essen, fürchte nichts, ich gebe dir es im Namen Gottes."
In der nächsten Nacht erzählte Schehersad mit des Schmieds eigenen Wortenweiter: