Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
122
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122 Siebeichlindcrt und fünfundsechzrgste Nacht.

Er blieb daher noch eine zweite Nacht und eine dritte, beobachtete den Schmied genau,fand aber, daß er nicht mehr als die vorgeschriebenen üblichen Gebete verrichtete unddaß er in der Nacht nicht aufstand, um zu beten. Er sagte daher am folgenden Morgendem Schmiede: »Ich habe gehört, welche wunderbare Gabe dir Gott verliehen, und nunsehe ich gar nicht, daß du wie ein von dem Herrn besonders Begnadigter lebst; wiebist du denn zu dieser Auszeichnung gelangt?"Das will ich dir erzählen," erwiderteder Schmied: »Ich liebte einst sehr leidenschaftlich ein Mädchen, das aber so tugendhaftwar, daß alle meine Bemühungen, sie zu besitzen, fruchtlos blieben. Während ich nuneinmal in einem schrecklichen Hungerjahre zu Hause saß, klopfte es an meiner Thüre;ich ging an die Thüre, um nachzuschcn, wer zu mir wollte, und siehe da, es war dasMädchen, das ich liebte, und es sagte:Mein Freund, ich bin hungrig und erhebe mein

Haupt zu dir, daß du für Gottes Sache mir Etwas schenkest." Ich erwiderte:Weißtdu nicht, was ich um deinetwillen leide und wie die Liebe zu dir mich schon so langemartert? Ich werde dir daher nichts schenken, bis du mich erhörst." Das Mädchen