Siebenhundert und fünfundsechzigste Nacht.
und weißesten Mehle. Sie brachte es, Gott dankend, ihrem Manne und sie aßen miteinander davon. Dann sagte sie: „Laß uns zu Gott beten, daß er uns Etwas beschere,wodurch wir diesem armselige» Leben und dieser harten Arbeit enthoben werden, damitwir uns ganz seinem Dienste hingeben können." Als sie mit einander gebetet hatten,spaltete sich auf einmal das Dach des Hauses und es fiel ein Nubin herunter, der dasganze Haus beleuchtete. , Sie freuten sich über alle Maßen mit dieser Gabe Gottes unddankten ihm immer mehr für seine Huld. Als sie aber spät in der Nacht einschlicfcn,träumte die Frau, sie befinde sich im Paradiese, wo sie viele Kanzeln und unzähligeThrone aufgestellt sah. Sie fragte, für wen dies wäre. Man sagte ihr: „Die Kanzelnsind für die Propheten und die Throne für die Aufrichtigen und Frommen." Sie fragtedaun nach dem Throne ihres Gatten. Man zeigte ihn ibr, und sie bemerkte eine Spalteauf einer Seite. Sie fragte: „Was bedeutet diese Spalte?" Man antwortete ihr:„Sic bedeutet den Rubin, der euch vom Himmel gesandt worden." Hierauf erwachtedie Frau aus ihrem Traume und weinte und war sehr traurig wegen des mangelhaftenThrones ihres Gatten mitten unter makellosen der andern Frommen, und sie sagte zuihrem Manne: „Bete zu Gott, daß er diese» Nubin wieder zurücknehme; cs ist besser,diese wenigen Tage noch Armuth und Hunger ertragen, als unter den vortrefflichenMännern auf einem mangelhaften Throne sitzen." Der Mann betete, der Rubin flogwieder durch das Dach fort und das fromme Ehepaar lebte in Armuth und Gottesvcrehrung,bis sie der Herr zu sich rief.
Der Schmied und das tugendhafte Mädchen.
Es wird auch erzählt: Ein frommer Mann hörte einst, es lebe in einer gewissen
Stadt ein Schmied, der die Hand in's Feuer strecken und ein glühendes Eisen berausholcnkönne, ohne sich im Mindesten zu beschädigen. Da er diesen Schmied gern sehen wollte,reiste er nach jener Stadt, erkundigte sich nach der Wohnung des Schmieds, ging zuihm und sah wirklich, daß man ihm nur Wahrheit von ihm erzählt hatte. Er wartete,bis der Schmied mit seiner Arbeit zu Ende war, ging dann auf ihn zu, grüßte ihnund sagte: „Ich wünsche diese Nacht dein Gast zu seyn." Der Schmied hieß ihnwillkommen, nahm ihn mit in seine Wohnung, speiste mit ihm zu Nacht und ging dannmit ihm zu Bette. Als der Fremde bei dem Schmied keine Spur von Andacht undnächtliche» Gebeten fand, dachte er: Vielleicht unterläßt er es in meiner Gegenwart.
Taus-ad imd cinc Nach!. IV.
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