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Die Darwinsche Theorie und die Sprachwissenschaft : offenes Sendschreiben an Herrn Dr. Ernst Haeckel
Entstehung
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mehr sprachliche Gattungen zu Grunde, als derengegenwärtig noch fortleben. So erklärt sich auch die Mög-lichkeit der grossen Ausbreitung einzelner Sippen, z. B.der indogermanischen, der finnischen, der malaiischen,der südafrikanischen u. a., die sich nun auf breitemBoden reich differenzierten. Solcherlei Vorgang nimmtnun Darwin auch für die Pflanzen- und Thierwelt an,er nennt ihn den Kampf ums Dasein. Eine Mengevon organischen Formen muste in diesem Kampfe zuGrunde gehen und verhältnissmässig wenigen bevor-zugten Platz machen. Lassen wir Darwin selbst reden.Er sagt (Seite 350 flg.):Die herrschenden Arten dergrösseren herrschenden Gruppen streben viele abge-änderte Nachkommen zu hinterlassen, und so werdenwieder neue Untergruppen und Gruppen gebildet. ImVerhältnisse als diese entstehen, neigen sich die Artenminder kräftiger Gruppen in Folge ihrer gemeinsamererbten Unvollkommenheit dem gemeinsamen Erlöschenzu, ohne irgendwo auf der Erd - Oberfläche eine abge-änderte Nachkommenschaft zu hinterlassen. Aber dasgänzliche Erlöschen einer Arten-Gruppe mag oft einsehr langsamer Prozess sein, wenn einzelne Arten ingeschützten oder abgeschlossenen Standorten kümmerndnoch eine Zeit lang fortleben können [hei Sprachenpflegt diess in Gebirgen der Fall zu sein, ich erinnerez. B. an das Baskische der Pyrenäen, den Best einernachweislich früher weit verbreiteten Sprache; ähn-lich verhält es sich im Kaukasus und sonst]. Isteine Gruppe einmal untergegangen, so kann sie niewieder erscheinen, weil ein Glied aus der Generationen-Beilie zerbrochen ist.