So ist es begreiflich, dass die Ausbreitung herr-schender Lebensformen, welche eben am öftesten vari-ieren, mit der Länge der Zeit die Erde mit nahe ver-wandten jedoch modifizierten Formen bevölkern, denenes sodann gewöhnlich gelingt, die Plätze jener Arten-Gruppen cinzunchmen, welche ihnen im Kampfe umsDasein unterliegen. 1
An diesen Worten Darwins braucht man auchnicht ein einziges zu ändern um sie auf die Sprachenanzuwenden. Darwin schildert in den angeführtenZeilen völlig treffend die Vorgänge beim Kampfe derSprachen um ihre Existenz. In der gegenwärtigenLebensperiode der Menschheit sind vor allem dieSprachen indogermanischen Stammes die Sieger imKampfe ums Dasein; sie sind in fortwährender Aus-breitung begriffen und haben bereits zahlreichen an-deren Sprachen den Boden entzogen. Von derMenge ihrer Arten und Unterarten zeugt der obenangedcutetc Stammbaum derselben.
Durch den massenhaften Untergang von Sprachenstarben nun manche Mittelformen aus, durch dieWanderungen der Völker verschoben sich die ursprüng-lichen Verhältnisse der Sprachen, so dass jetzt nichtselten Sprachen sehr verschiedener Form als Gebiets-nachbarn erscheinen, ohne dass Mittelglieder zwischenbeiden vorhanden sind. So haben wir nunmehr z. B.das vom Indogermanischen völlig verschiedene Baskische 'als Sprachinsel in jenes eingesprengt. Wesentlich das-selbe sagt Darwin von den Verhältnissen der Tliier-und Pflanzenwelt (S. 4G5 flg.).
Diess wäre nun etwa, lieber Freund und College,