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Die Darwinsche Theorie und die Sprachwissenschaft : offenes Sendschreiben an Herrn Dr. Ernst Haeckel
Entstehung
Seite
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zeit andere Gesetze des Lebens vorauszusetzen, alsdie sind, welche wir in dem unserer Beobachtung zu-gänglichen Zeitabschnitte wahrnehnien.

Unter anderen Verhältnissen bildeten sich auchdie Sprachen anders und zwar stund aller Wahr-scheinlichkeit nach die Verschiedenheit der Sprachenin geradem Verhältnisse zur Verschiedenheit der Le-bensverhältnisse der Menschen überhaupt. Die Ver-theilung def Sprachen auf der Erde muss also ur-sprünglich eine strenge Gesetzmässigkeit gezeigt haben;benachbarte Sprachen müssen sich ähnlicher gewesensein als Sprachen von Menschen , die in verschiedenenWelttheilen lebten. Von einem gedachten Punkte ausmüssen, je nach der Grösse' der Entfernung von diesemPunkte, die Sprachen sich in immer stärker werdenderAbweichung von der Sprache des Ausgangspunktesgruppiert haben, da mit der räumlichen Entfernungdie Verschiedenheit des Klimas und der Lehensverhält-nisse überhaupt zuzunehmen pflegt. Von jener ge-forderten regelmässigen Vertheilung der Sprachenglauben wir allerdings selbst jetzt noch Spuren wahr-nehmen zu können. So zeigen z. B. die amerikanischenSprachen, die Sprachen der südlichen Inselwelt beialler Verschiedenheit doch einen unverkennbar gemein-samen Typus. Ja selbst im asiatisch-europäischen Welt-tlieile, dessen sprachliche Verhältnisse durch geschicht-liche Vorgänge so stark verändert wurden, sind Grup-pen wesentlich ähnlicher Sprachstämme nicht zu ver-kennen. Indogermanisch, finnisch, türkisch-tatarisch,mongolisch, mandschurisch sowie dekhanisch (tamulischu. s. f.) zeigen z. B. sämmtlich den Suffixbau, d. h.