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Die Darwinsche Theorie und die Sprachwissenschaft : offenes Sendschreiben an Herrn Dr. Ernst Haeckel
Entstehung
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der Botaniker und Zoologen bedienten, als Arten einerGattung bezeichnen würden, gelten uns als Töchter einergemeinsamen Grundsprache, aus welcher sie durch allmäh-liche Veränderungen hervorgingen. Von Sprachsippen,die uns genau bekannt sind, stellen wir eben so Stamm-bäume auf, wie diess Darwin (S. 121) für die Artenvon 1 Tanzen und Thieren versucht hat. Es zweifeltNiemand mehr daran, dass die ganze Sippe der indo-germanischen Sprachen, indisch, eranisch (persisch, ar-menisch u. s. w.) griechisch, italisch (lateinisch, oskisch,xunbrisch sannnt den Tochtersprachen des ersteren),keltisch, slawisch, litauisch, germanisch oder deutsch,also eine Sippe, die aus zahlreichen Arten, Unterartenund Varietäten besteht, von einer einzigen Grundform,der indogermanischen Ursprache, ihren Ausgang ge-nommen habe; dasselbe gilt von den Sprachen der se-mitischen Sippe, zu welcher bekanntlich hebräisch, sy-risch und chaldäisch, arabisch u. s. f. gehören, sowievon allen Sprachsippen oder Sprachstämmen überhaupt.Als Beispiel möge hier der Stammbaum der indoger-manischen Sprachsippe Platz finden, wie er nach un-serem Dafürhalten als Bild des allmählichen Entstehensderselben aufzustellen ist 1 ); man vergleiche ihn mitDarwins bildlicher Darstellung (S. 121), wobei mannicht ausser Acht lasse, dass Darwin ein ideales Schemaaufstellt, wir aber das Bild der Entstehung einer ge-gebenen Sippe zeichnen 2 ). Uebrigens war es nicht

J ) S. die beigefügte Steindrucktafel.

b Uebereinstimmender mit dem Darwinschen Schema ist die eben-falls ideal gehaltene Zeichnung der Entstehung sprachlicher Arten undUnterarten aus einer Grundform, die ich Deutsche Sprache S. 28 ent-worfen habe.