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Die Darwinsche Theorie und die Sprachwissenschaft : offenes Sendschreiben an Herrn Dr. Ernst Haeckel
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die Naturforscher als G attung be zeichnen würden, heissthei den Glottikern Sprachstamm, auch Sprachsippe;näher verwandte Gattungen bezeichnen sie wohl auchals Sprachfamilien einer Sippe oder eines Sprachstammes.Ich will jedoch keineswegs verschweigen, dass über dieFeststellung der Gattungen bei den Sprachforschernnicht minder Uneinigkeit obwaltet, als bei den Zoo-logen und Botanikern; auf diesen charakteristischenUmstand, der sich bei allen Abstufungen der Specifi-cierung wiederholt, komme ich später noch besonderszurück. Die Arten einer Gattung nennen wir Spracheneines Stammes; die Unterarten einer Art sind bei unsdie Dialecte oder Mundarten einer Sprache; den Varie-täten und Spielarten entsprechen die Untermundartenoder Nebenmundarten und endlich den einzelnen Indivi-duen die Sprechweise der einzelnen die Sprachen re-denden Menschen. Bekanntlich sind sich die einzel-nen Individuen einer und derselben Art nicht abso-lut gleich, völlig dasselbe gilt von den sprachlichenIndividuen; auch die Sprechweise der einzelnen eineund dieselbe Sprache redenden Menschen ist stäts mehroder minder stark individuell gefärbt.

Was nun zunächst die von Darwin behaupteteVeränderungsfähigkeit der Arten im Verlaufe der Zeitbetrifft, durch welche, wenn sie nicht bei allen Indi-viduen in gleichem Maasse und in gleicher Weise her-vortritt, aus einer Form mehrere Formen hervorge-hen (ein Prozess der sich natürlich abermals undabermals wiederholt), so ist sie für die sprachlichenOrganismen längst allgemein angenommen. DiejenigenSprachen, die wir, wenn wir uns der Ausdrucksweise