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Die Darwinsche Theorie und die Sprachwissenschaft : offenes Sendschreiben an Herrn Dr. Ernst Haeckel
Entstehung
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rend man einst zuerst das System fertig machte unddann das Object darauf hin bearbeitete es ins Systemzu bringen, verfährt man jetzt umgekehrt. Vor allemversenkt man sich in das genaueste Einzelstudium desObjectes, ohne an' einen systematischen Aufbau desGanzen zu denken. Man erträgt mit gröster Geinüths-ruhe den Mangel eines dem Stande unserer scharfenund genauen Einzelforschungen entsprechenden philo-sophischen Systems in der Ueberzeugung, dass vor derHand ein solches noch nicht geschaffen werden könne,vielmehr mit dem Versuche der Herstellung desselbengewartet werden müsse, bis dermaleinst eine genügendeFülle zuverlässiger Beobachtungen und sicherer Erkennt-nisse aus allen Sphären des menschlichen Wissensvorliegt.

Eine nothwendige Folge der monistischen Grund-anschauung, die hinter den Dingen nichts sucht, sonderndas Ding mit seiner Erscheinung für identisch hält, istdie Bedeutung, welche heute zu Tage die Beobachtungfür die Wissenschaft, zunächst für die Naturwissenschaft,gewonnen hat. Die Beobachtung ist die Grundlage desheutigen Wissens. Ausser der Beobachtung lässt mannur den auf sie gegründeten mit Nothwendigkeit sichergebenden Schluss gelten. Alles a priori Construierte,alles ins Blaue hinein Gedachte gilt im besten Falleals geistreiches Spiel, für die Wissenschaft aber alswerthloser Plunder, j

Die Beobachtung lehrt nun aber, (lass alle leben-digen Organismen, die überhaupt in den Kreis genügenderBeobachtung fallen, sich nach bestimmten Gesetzenverändern. Diese ihre Veränderungen, ihr Leben, sind