Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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Si e b en u n d ) w a n ) i g st e Nacht.

Der Jüngling erzählte nun weiter:Ich ging ihr durch die ganze Stadt nach bis

ans Thor, ohne daß sie mich bemerkte, sie sagte am Thore etwas, das ich nicht verstand,die Riegel fielen und das Thor öffnete sich von selbst, sie ging zum Thore hinaus, ichfolgte ihr, bis siezwischen einigen Hügeln an eine kleine Hütte aus Ziegelsteinen kam, eswar ein kleines Gebüsche daneben, ich stellte mich hinter dasselbe und belauschte sie, undsieh da, meine Frau stand vor einem alten schwarzen Sklaven, der auf einem Bündel Rohresaß, ganz in Lumpen gekleidet. Sie küßte die Erde vor ihm. Der Sklave hob seinen Kopf zuihr auf und sagte:Wehe dir, wo bleibst du so lange? so eben waren unsre schwarzenVettern da und haben sich jeder mit seinem Liebchen vergnügt, und haben getrunken undgebuhlt; ich wollte nichts trinken, weil du abwesend warst." Da sagte meine Frau:O mein Herz! Geliebter meines Herzens! weißt du nicht, daß ich mit meinem Vetter ver-heirathet bin? daß ich die Welt hasse, weil ich ihn sehen muß; wenn ich nichts für dichfürchtete, so ließe ich die Sonne nicht aufgehen, ehe ich seine Stadt verwüstet hätte, daßNachteulen und Raben darin herum schrieen und Füchse und Wölfe darin wohnten; ichwürde ihre Steine hinter den Berg Kaf ' werfen."Du lügst," sagte der Schwarze,duVerdammte! Ich schwöre dir bei der Ehre der Schwarzen, daß wir von dieser Nacht annicht mehr mit unfern Vettern zusammen kommen, ich werde gar nicht mehr dein Freund

seyn und dich nicht mehr berühren. Du Verdammte, spielst nur so mit uns; sind wir

denn nur für deine Lust da, du Uebelriechende!" Als ich hörte, wie er mit ihr umging,

ward die Welt ganz schwarz vor mir, ich wußte nicht mehr, wo ich war. Meine Frau

fing an zu weinen und sagte zu dem Schwarzen:O Geliebter meines Herzens! was

' Der Berg Kaf ist nach orientalischen Begriffen das Ende der Welt.