138 V i c r u » d z w a II z i g st e Nacht.
so zahlen wir, flieht ihr, so sind wir auch zufrieden." Hierauf stürzte der Sklave diePfanne um, die Fische verbrannten und wurden zu Kohlen. Dann verschwand der Sklavedurch die Wand, die sich sogleich wieder zusammenfügte. Der Sultan erschrak über die-sen Vorfall und sagte: „Ich kann mich unmöglich mehr nicderlegen, bis ich auf den Grunddieser Sache gekommen, es ist gewiß ein besonderes Verhältniß mit diesen Fischen." Erließ schnell den Fischer holen, und als dieser kam, sprach er zu ihm: „Wo hast du dieseFische her?" — „Aus einem See," antwortete der Fischer, „außerhalb der Stadt zwi-schen vier Bergen." Der Sultan fragte dann den Vesir: „Kennst du diesen See?" Erantwortete: „Ich gehe schon dreißig Jahre lang auf die Jagd, durchstreiche die Ebenenund die Gebirge, und habe nie diesen See gefunden." Da fragte der Sultan denFischer: „Wie weit ists nach diesem See?" — „Zwei Stunden," antwortete der Fischer.Der Sultan befahl hierauf sogleich einigen Soldaten, mit ihm zu reiten, auch den Vesirnahm er mit, und der Fischer mußte vorangehen. Der fluchte dem Geiste. Sie gingenbis zum Berge hin und sahen den <see mit Fischen von allen Farben. Der Sultan warsehr erstaunt darüber und sagte: „Ists möglich, daß noch Niemand diesen Ort gesehen hat,da dieser See doch so nahe an der Stadt liegt?" Er fragte die Soldaten, ob einer vonihnen diesen Ort gekannt; aber alle antworteten, sie sähen ihn jezt zum erstenmale. Daschwur der Sultan: „Beim erhabenen Gotte! ich gehe nicht in die Stadt zurück, bis ichweiß, was das für ein See und für bunte Fische sind." Er befahl dann, abzusteigen unddie Zelte aufzuschlagen, dann stieg er selbst ab und blieb bis zur Nacht. Jezt rief erseinem Vesir, der ein sehr erfahrener und vielwissender Mann war; er ging nämlichheimlich zu ihm, ohne daß die Soldaten es merkten, und sprach: „Ich will etwasthun, das ich dir mittheilcn will; ich will mich nämlich von den Uebrigen absondern,um zu sehen, was dies für Fische sind. Ich gehe nun fort. Morgen sagst du denTruppen und hohen Beamten: ich sey krank und es könne Niemand vorgelassen werden;du wohnst indeß in meinem Zelt, und ich bleibe drei Tage lang weg, nicht länger."Der Vesir sagte: „Es soll alles so besorgt werden." Dann umgürtete sich der Sultanmit seinem Schwerte, ging fort und schlug den Weg jenseits des Berges ein, bis derMorgen zu leuchten anfing. Als die Sonne aufging, sah er in der Ferne etwas Schwar-zes, er freute sich und dachte, vielleicht finde ich Jemanden, der mir Auskunft gebenkann. Er ging darauf zu und sieh da, es war ein Schloß, aus schwarzen Steinen ge-hauen und mit eisernen Platten belegt, das unter einem glücklichen Gestirn gebaut war.
Sch ehersad bemerkte hier den Tag und schwieg; in der folgenden Nacht fuhr sie fort: